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Frau Dr. Demary,

als Expertin für Fachkräftesicherung am In-

stitut der deutschenWirtschaft treten Sie für

eine verstärkte Nutzung der digitalenMedien

zur Mitarbeiterrekrutierung ein.

Die digitalen Medien, insbesondere das Internet,

bestimmen großeTeile unseres Lebens und unse-

rer Kommunikation.Dieser Entwicklung müssen

auch die Betriebe folgen. Die Außendarstellung

im Internet und die Geschwindigkeit in der

Kommunikation sind heute wesentliche Aspek-

te derArbeitgeberattraktivität.Diese wiederum

beeinflusst stark die Rekrutierung und Bindung

qualifizierter Mitarbeiter.

Wie können Sie als Wissenschaftlerin mit

Ihrem Institut Unternehmen konkret unter-

stützen?

Strategien für erfolgreiches wirtschaftliches,

unternehmerisches und politisches Handeln

brauchen eine fundierte wissenschaftliche

Grundlage. Diese zu schaffen, ist die unsere

Kernaufgabe. Die gewonnenen Erkenntnisse

setzen wir aber auch um in praxisorientiere

Handlungsanweisungen für Unternehmen. Auf

der Internetseite

www.kofa.de

finden kleine

und mittlere Unternehmen viele praxisorien-

tierte Informationen und Handlungsanweisun-

gen zur Fachkräftesicherung.

Welche aktuellen Entwicklungen sehen Sie

in diesem Bereich?

Die Nutzung digitaler Medien wird zukünftig

noch weiter zunehmen. Gleichzeitig werden

Fachkräfte immer knapper. Insgesamt wird es

für Unternehmen daher immer wichtiger, in

Bezug auf ihre Rekrutierungsstrategien modern

aufgestellt zu sein, um imWettbewerb um Fach-

kräfte zu bestehen.

Online-Rekrutierung wird für kleine und

mittlere Unternehmen immer wichtiger:

Sie erreichen mit weniger Aufwand viele

potenzielle Bewerber.

Stellenanzeigen und Bewerbungen sind

online schnell und zielgenau. Die Praxis

zeigt den Nutzen: Ein Ingenieurdienstlei-

ster hat die Kosten gesenkt und den Er-

folg seiner Stellenausschreibungen erhöht

durch zielgenaue Ansprache über Onli-

ne-Stellenportale. Ein mittelständisches

Unternehmen rekrutiert erfolgreich

Fachkräfte über Online-Karrieremessen.

Durch die Teilnahme an einer solchen

Messe erreicht das Unternehmen viele

potentielle Bewerber mit vergleichswei-

se geringemAufwand. Dies sind nur zwei

von vielen Beispielen, wie auch kleine

und mittlere Unternehmen erfolgreich

Fachkräfte über das Internet rekrutie-

ren können.

Online-Stellenausschreibungen lohnen

sich in vielerlei Hinsicht:

n

sie senken die Ausschreibungskosten,

n

die Kommunikation im Bewerbungsver-

fahren wird beschleunigt,

n

sie erhöhen die Bekanntheit des Un-

ternehmens,

n

die Ausschreibung kann auf regionaler,

nationaler und internationaler Ebene

erfolgen,

n

die Zielgruppe wird direkt und passge-

nau angesprochen.

Dabei können die verschiedenen Kanäle

parallel genutzt werden:

n

Stellenanausschreibungen auf der

eigenen Unternehmenswebsite,

n

spezialisierte Jobbörsen, z. B. von Kam-

mern undVerbänden oder Fachmedien

n

Suchmaschinen, die mehrere Börsen in

einem durchsuchen (Meta-Jobbörsen),

n

die kostenlose Stellenbörse der

Arbeitsagentur,

n

beruflich orientierte soziale

Netzwerke, z. B. XING.

Online-Rekrutierung wird zum Standard - auch für KMU

FACHKRÄFTE ONLINE GEWINNEN

Vorteile undWege der digitalen Mitarbeitersuche

Kontakt:

Dr. Vera Demary

vera.demary@iwkoeln.de

Leiterin des

Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung

Institut der deutschenWirtschaft Köln

Weitergehende Informationen erhalten Sie unter:

www.kofa.de

Im Gespräch mit

Frau Dr.Vera Demary

Leiterin des

Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung

- IW Köln

Wirtschafts

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Die verschiedenen Plattformen, wie z. B.

XING, Facebook, YouTube usw. bieten

darüber hinaus ideale Möglichkeiten für

das digitale Employer Branding, der Bil-

dung der eigenen Arbeitgebermarke.

Durch aktives Suchen (Active Sourcing)

in den Profilen von sozialen Netzwerken

können auch außerhalb von Stellenbörsen

Talente gefunden und direkt angespro-

chen werden.

Alle genannten Maßnahmen können zu-

sätzlich mit einer Printanzeige kombiniert

werden. DieseVielfalt führt oft schneller

zum Ziel,als der konventionelleWeg über

die Anzeigen in der Tageszeitung.

Konsequenterweise sollte auch der

Bewerbungsprozess onlinegerecht ab-

gewickelt werden. Der Online-Rekru-

tierungsprozess ist von kurzen Kommu-

nikations- und Reaktionszeiten geprägt.

Eine zeitnahe Empfangsbestätigung nach

Erhalt einer Online-Bewerbung und das

schnelle Beantworten von Nachfragen

der Bewerber gehören zum guten Ton.

Ist die Stelle besetzt, sollte die Online-

Ausschreibung aus den genutzten Por-

talen und der eigenen Karriereseite

gelöscht und allen anderen Bewerbern

abgesagt werden.

Ist das Unternehmen bereits durch einen

Mitarbeiter positiv auf einem Arbeitge-

berportal (z. B. Kununu oder Jobvoting)

erwähnt worden, sollte die Bewertung in

den Online-Stellenausschreibungen ver-

linkt werden. Das steigert die Attrakti-

vität des Unternehmens als Arbeitgeber

und wirkt sich positiv auf die eigene Ar-

beitgebermarke aus.