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Wirtschafts

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Ackerbau

Qualitätsgetreide wächst nicht von allein

Sonderausgabe LANDWIRTSCHAFT

Weizen und Gerste sind die wichtigsten Kulturen

UNSERTÄGLICH BROT

Auf knapper werdenden Flächen mehr Lebensmittel erzeugen

Der Ackerbau ist eine wichtige Säule

der landwirtschaftlichen Produktion. Er

ist die Basis für die Erzeugung gesun-

der Lebensmittel, aber auch wertvoller

Futtermittel. „Unser täglich Brot“ - das

ist heute noch genauso aktuell wie zu

Urgroßvaters Zeiten. Mit einem Unter-

schied: Ernährte ein Bauer im Jahr 1900

mit seiner Arbeit noch vier Menschen,

kann er heute schon 133 Menschen

satt machen.

Doch Boden wird zunehmend knapp

und ist nicht vermehrbar. Die Zahl der

Menschen wächst weltweit, bis zum

Jahr 2050 sollen es mehr als neun Milli-

arden sein. Und alle wollen satt werden.

Außerdem wird auf den vorhandenen

Bau einer Umgehungsstraße bei Bad Marienberg

Ackerflächen Futter für das Vieh er-

zeugt und zukünftig soll Biomasse vom

Feld noch stärker dazu beitragen, den

Energiehunger der modernenWelt zu

stillen.

Globale Anforderungen - lokale

Lösungen

DieWesterwaldkreise können zur

Lösung dieser globalen Probleme nur

einen kleinen Teil beitragen. Intensi-

ver Ackerbau ist längst nicht überall

möglich. Die besten Ackerbaustandorte

mit fruchtbaren Böden, auf denen gute

Erträge heranwachsen können, sind im

Neuwieder Becken zu finden.

InWoldert, im „Dreiländer-Eck“Wes-

terwaldkreis - Altenkirchen - Neuwied,

bewirtschaftet Günter Runkler seinen

Betrieb. Er baut die Hauptkulturen Mais

und Raps,Winterweizen undWinter-

gerste sowie Sommergerste an. Dane-

ben hält er noch 70 Milchkühe.

Als Vorsitzender der Erzeugergemein-

schaft Qualitätsgetreide hat er einen

guten Überblick über den Ackerbau

in der Region. Und da ist einiges in

Bewegung. „Weil Flächen knapp sind,

wandert der Ackerbau immer stärker

auch in die Höhenlagen“, weiß er zu

berichten. „Neue Sorten kommen mit

dem rauen Klima besser klar als die

alten Sorten von früher“.

Mit Fingerspitzengefühl

Vor allem eine Getreideart konnte

sich einen festen Platz erobern - die

Braugerste. „Die Braugerste ist die

ideale Getreideart für unsere Region“,

erläutert Runkler. „Aber es erfordert

viel Fingerspitzengefühl, die richtige

Qualität zu produzieren.“

Sinnbild der Landwirtschaft - ein frisch bearbeiteter Acker mit keimendem Getreide

Günter Runkler, Woldert,

ist Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Qualitätsgetreide

Die Entwicklung zu einem attraktiven

Wohn- undWirtschaftsstandort in den

vergangenen Jahrzehnten blieb auch für

die Landwirtschaft imWesterwald nicht

folgenlos. Die erhebliche Zunahme von

Siedlungs- undVerkehrsflächen geschah

ausschließlich auf Kosten der landwirt-

schaftlich genutzten Fläche, da auch

der Anteil derWaldflächen zunahm.

Gegenüber dem rheinland-pfälzischen

Durchschnitt (42 %) liegt in allen drei

Landkreisen ein überdurchschnittlicher

Waldanteil vor. Daneben beschränken

zahlreiche Ausgleichs- und Ersatzmaß-

nahmen als Folge der Eingriffe in Natur

und Landschaft durch die zunehmende

Zersiedelung die landwirtschaftliche

Nutzbarkeit vieler Flächen.