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Wirtschafts

info

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Im Fokus:

Mais - eine

vielseitige Kultur

ImWesterwald wird zunehmend auch

Mais für die Rinderfütterung und als

Biomasse für die Energieerzeugung

angebaut. In den elf landwirtschaftlichen

Biogasanlagen unserer Region wird dar-

aus Biogas erzeugt, das zur Strom- und

Wärmeerzeugung genutzt wird. Der

Maisanteil ist mit

2.774 Hektar (2010)

gemessen am Bundesdurchschnitt aber

noch eher gering.

Die Umweltbilanz bei der Energieer-

zeugung durch eine Biogasanlage ist

erheblich besser als bei der Gewinnung

vergleichbarer Mengen fossiler Energie.

Als Nebenprodukt der Biogaserzeu-

gung ensteht zudem ein (besonders

geruchsarmer) Gärrest, der als Dünger

zur Nährstoffversorgung wieder auf

den landwirtschaftlichen Flächen aus-

gebracht wird – ein Paradebeispiel der

Kreislaufwirtschaft.

Mais ist eine wichtige Futterpflanze für Rinder

und Rohstoff für Biogasanlagen

Neben guten Erträgen spielen im

Getreideanbau die Inhaltsstoffe eine

große Rolle. Brotweizen beispielswei-

se sollte viel Eiweiß enthalten. Eiweiß

kann sich nur bilden, wenn der Pflanze

ausreichend Stickstoff zur Verfügung

steht. Diesen Stickstoff muss der

Landwirt zudüngen. Somit zählt der

Anbau von Qualitätsweizen zu den eher

intensiveren Ackerbauvarianten. Genau

umgekehrt läuft das bei der Braugerste

ab. In der Bierherstellung sind hohe Ei-

weißwerte unerwünscht. Folglich fahren

die Braugerstenanbauer ihre Stickstoff-

düngung deutlich zurück. Braugerste

zählt damit zu den extensiv geführten

Kulturen und passt gut aufWesterwäl-

der Äcker.

Pilze unerwünscht

Entscheidend für die Getreidequalität

ist auch die Gesundheit des Erntegutes.

Vor allem Pilzinfektionen können zu

starken Qualitätseinbußen bis hin zu

massiven Ertragsausfällen führen. Mit

eigens dafür zugelassenen Pflanzen-

schutzmitteln muss der Landwirt des-

halb seine Ernten vor Pilzbefall schützen.

Schließlich können Pilze im Getreide

in der menschlichen Ernährung zu

Gesundheitsschäden führen.

Hilfe aus demAll

Landwirte müssen über jedes Gramm

Dünger und jeden Tropfen Pflanzen-

schutzmittel Rechenschaft ablegen und

unterliegen dabei strengsten behördli-

chen Kontrollen. Die Dokumentation

der Betriebsabläufe zwingt die Landwir-

te immer häufiger an den Schreibtisch.

Hilfe bringt modernste Technik. Neuere

Braugerste - ideal für Westerwälder Böden

Schlepper verfügen allesamt über Bord-

computer und Monitor, selbst Satelliten

gestützte Hilfssysteme halten Einzug in

die moderne Landwirtschaft. Die EDV

hat dazu geführt, dass Betriebsstoffe

wie Dünge- und Pflanzenschutzmittel

noch nie so exakt ausgebracht werden

konnten wie heute.

Die Märkte

und derWesterwald

„Was interessiert es mich, wenn in

China ein Sack Reis umfällt“ - diesen

Spruch kennt jeder. Für die Landwirt-

schaft gilt das heute so nicht mehr. Ob

es in den USA regnet, ob die Sonne in

Russland alles verbrennt oder El Niño

in Südamerika die Ernten zerstört, sol-

che Ereignisse treffen unmittelbar auch

jeden Landwirt imWesterwald.

Denn die Preise, die der örtliche

Handel - das sind der Landhandel, die

Mühlen und die Brauereien - zahlen,

werden nicht vor Ort, sondern an den

Terminbörsen derWelt gemacht. Somit

beeinflussen weltweite Entwicklungen

das Anbauverhalten der Ackerbauern

imWesterwald – und deren wirtschaft-

lichen Erfolg.

Brot wird nur aus Qualitätsweizen gebacken

Quelle: Statistisches Landesamt,

Die Landwirtschaft 2010, Bd. 399

VergleichAnbaufläche Silomais (ha)

2010 1991 1971

AK

866

705

66

NR

854

844

179

WW

1.054

814

286

Summe

2.774 2.363

531

Braugerste in seiner schönsten Form