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Wirtschafts

info

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In den Kreisen Altenkirchen, Neuwied

und Westerwaldkreis werden rund

15.500 Milchkühe gehalten. Rund 160

dieser Kühe stehen im Stall der Mies

GbR aus Höhn, ein typischer milcher-

zeugender Familienbetrieb, der gemein-

sam von Georg Mies und seiner Ehefrau

Sylvia sowie deren Sohn Florian bewirt-

schaftet wird. Florian Mies ist 24 Jahre

alt und schon viel rumgekommen in der

Welt. „Ich habe ein Praktikum in Aus-

tralien und Neuseeland gemacht“ er-

zählt der Hofnachfolger. „Man muss als

junger landwirtschaftlicher Unterneh-

mer wissen, wie die Kollegen in der

Welt wirtschaften. Eine gute Ausbildung

ist heute für uns Bauern das A und O

für den Erfolg.“ Jetzt ist Landwirtschafts-

meister Florian wieder zu Hause, denn

eine Menge Arbeit wartet auf ihn und

die Familie. Morgens um 6.00 Uhr be-

ginnt der Arbeitstag im Melkstand. Rund

zwei Stunden dauert es, um die ganze

Herde zu melken, abends das gleiche

noch einmal. Feierabend ist an normalen

Tagen gegen 19.30 Uhr.

Gefüttert werden die Tiere im Stall.

Es gibt „Eintopf“ aus Gras- und etwas

Maissilage. Ergänzend Kraftfutter aus

heimischem Getreide, Vitaminen, Spu-

renelementen und alles, was die Kuh so

braucht.

Westerwälder Milchwirtschaft

Die Milcherzeugung bildet in der Grünlandregion Westerwald das

Rückgrat der Landwirtschaft

Sonderausgabe LANDWIRTSCHAFT

Der Ruf der Freiheit

Nach dem Melken und Fressen können

die Kühe machen, was sie wollen. Das

Stalltor wird morgens geöffnet und die

Tiere können hinaus auf die Wiese, um

sich die Beine zu vertreten. „Sehr oft

bleiben die Kühe aber lieber im gemüt-

lichen und gut klimatisierten Stall“, er-

zählt Georg Mies. „Hitze, Regen oder

Wind mögen unsere Diven nicht so ger-

ne“. Milchkühe, die so gehalten werden,

geben bis zu 9.000 Liter Milch im Jahr.

„Das reicht für ein Auskommen, wenn

die Milchpreise stimmen“, meint Georg

Mies. Schwankende Preise machen den

Milcherzeugern aber immer wieder zu

schaffen.

Normalerweise herrscht bis Ende Juni

auf den Wiesen Hochsaison. Dann wird

als Grundfutter das Gras geerntet, in

großen Haufen zusammengefahren und

siliert. Arbeit genug, um regelmäßig ei-

nen Auszubildenden zu beschäftigen, wie

das die meistenVollerwerbsbetriebe tun.

Drei Generationen auf Hof Mies in Höhn

Australien - Neuseeland -Westerwald

Hof Mies - Höhn:

Drei Generationen auf einem Hof

Rund 300 Betriebe haben sich auf die Milcherzeugung spezialisiert

Die Milch

Das weiße Gold desWesterwalds

Morgens melken und füttern, abends das gleiche Arbeitspensum noch einmal und das

an siebenTagen in derWoche im Frühjahr, Sommer, Herbst undWinter. Dieser Rhyth-

mus bestimmt das Leben der Milchbauern. Die Milcherzeugung bildet in der Grün-

landregion Westerwald das Rückgrat der Landwirtschaft. Etwa 300 Betriebe in den

Landkreisen Altenkirchen, Neuwied undWesterwaldkreis haben sich auf die Milcher-

zeugung spezialisiert – die meisten von ihnen wirtschaften im Haupterwerb.

Jungvieh auf Hof Mies in Höhn

76 Betriebe

weniger als 100.000 kg

109 Betriebe

100.000 kg bis 300.000 kg

71 Betriebe

300.000 kg bis 500.000 kg

23 Betriebe

500.000 kg bis 700.000 kg

35 Betriebe

mehr als 700.000 kg

314 Betriebe, 2010 - Quelle: DLRWesterwald-Osteifel

Milchmengen imWesterwald

Kreise Altenkirchen, Neuwied,Westerwaldkreis

Anteil an der Gesamtmilchmenge desWesterwalds in %