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Im Fokus:

Die Hofnachfolge

Wirtschafts

info

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Knapp 10.000 Liter Milch je Kuh melkt

Stephan Weyel aus Stockhausen-Illfurth.

Wie fast alle Milchviehbetriebe hält er

schwarzbunte Kühe, ein paar rotbunt

gefleckte stehen noch dazwischen. „Der

Strukturwandel ist weit fortgeschritten

im Westerwald“, meint er. „Die Betrie-

be haben sich spezialisiert und sind

gewachsen. Trotzdem bleiben es Fa-

milienbetriebe“, so der Betriebsleiter.

Die moderne Melk- und Erntetechnik

machen es möglich, dass eine Arbeits-

kraft heute wesentlich mehr leisten und

damit mehr Lebensmittel produzieren

kann als früher.

Schlagkraft ist vor allem während der

Ernte gefragt. Gerade der Sommer 2012

hat wieder einmal gezeigt, wie selten die

wirklich schönen und trockenen Tage

sind, an denen Gras und Heu eingebracht

werden kann. Ein bis zwei Tage müssen

da oft reichen, um große Futtermengen

zu bergen. „Unsere 135 Kühe verdrü-

Die Hofnachfolge ist für alle Be-

triebe ein großes Thema. Häufig

übernehmen die eigenen Kinder

den Betrieb - sie kennen dieArbeit

von klein auf. Für Florian Mies bei-

spielsweise gibt es nichts Schöne-

res. „Abwechslungsreicher geht es

nicht mehr“, so sein Fazit. „Land-

wirt sein heißt, einen hochquali-

fizierten Beruf mit einem hohen

Maß an Verantwortung auszuüben,

technisches Verständnis ist ebenso

gefragt wie viele Spezialkenntnis-

se und unternehmerisches Know

How“. Umso mehr bedauert er,

dass man sich das Ansehen so hart

erarbeiten muss“. Das bestätigen

auch sein Großvater Manfred und

Vater Georg, die sich deshalb beide

in der Kommunalpolitik engagie-

ren bzw. engagiert haben. Mittler-

weile machen aber auch zuneh-

mend Landwirtschaftsfremde eine

landwirtschaftliche Ausbildung und

streben die Übernahme eines Ho-

fes an, wenn der Betriebsleiter in

Altersrente geht.

Andreas Schönberger beschäftigt zwei

Auszubildende und einen Gesellen.

Auch die Eltern und seine Ehefrau ar-

beiten im Betrieb noch fest mit. Die Fa-

milie Schönberger ist somit ein Famili-

enbetrieb ganz im klassischen Sinn, auch

wenn die Herde etwas größer ist als bei

Wird ein Mädchen neuer Chef?

HOFWEYEL - Stockhausen-Illfurth

Der Futtertrog muss immer voll sein

cken täglich rund 7,5 Tonnen Gras, Mais

und weiteres Futter. Dazu kommt dann

noch das Futter für das Jungvieh.“

Familie Weyel hat erst vor zwei Jahren

ihre Kuhherde vergrößert, ein weiterer

Stallanbau wäre möglich. „Wir war-

ten aber erst einmal ab, wie es bei uns

weitergeht“, erklärt der Betriebsleiter.

„Meine Tochter Alicia hat viel Freude an

der Landwirtschaft. Sie ist aber erst 16

Jahre alt. Man muss sehen, ob sie den Be-

trieb wirklich einmal übernimmt.“

Familie Weyel im Milchviehstall

Auf dem Schönbergerhof fahren die Kühe Karussell

SCHÖNBERGERHOF - Heilberscheid

Modernste Melkanlagen für 250 Kühe

vielen Kollegen in der Region. Auf dem

Schönbergerhof werden täglich 250

Kühe gemolken. Das erledigt Schönber-

ger mit dem Melkkarussell in nur zwei

Stunden. Das Melkhaus ist in dem nagel-

neuen und hochmodernen Stall unterge-

bracht, in dem es sich die Kühe auf Stroh

gemütlich machen. Sie können sich im

sehr hellen, klimafreundlichen und gut

belüfteten Boxenlaufstall frei bewegen

und haben jederzeit Zugang zu ihrem

Futter.

Die Fütterung derTiere ist exakt geplant.

Gras- und Maissilage werden regelmäßig

kontrolliert. So kann Schönberger si-

cher sein, welche Qualität tatsächlich in

den Futtertrog gelangt. Je nach Leistung

bekommt jede Kuh noch eine Portion

Kraftfutter. EinTransponder am Hals der

Kuh misst jedes Gramm, die Futtermen-

ge wird im Computer aufgezeichnet und

kontrolliert. Der Computer registriert

auch die Milchmenge, die vom Euter

der Kuh in die großen Kühltanks fließt.

„Maximaler Kuhkomfort und höchste

Arbeitseffizienz“ - das ist die Devise des

Betriebsleiters. Damit bringt er es auf ei-

nen Herdendurchschnitt von rund 9.500

Liter je Kuh und Jahr.

Modernste Melkanlagen sichern die Wettbewerbsfähigkeit

Betriebsleiter Andreas Schönberger