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Wirtschafts

info

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Mutterkuhhaltung

Robuste Rinder liefern beste Fleischqualität

Sonderausgabe LANDWIRTSCHAFT

Artenschutz auf Hof Höwer in Siershahn

IM DIENSTE DES NATURSCHUTZES

Glanrinder auf verbuschten und steinigenWiesen

entgegen und helfen, unsere Einkom-

menssituation zu verbessern.“ Von den

insgesamt 92 Hektar des Betriebes,

allesWiesen undWeiden, fallen 40

Hektar inVertragsnaturschutzgebiete.

Für diese Flächen gelten besondere

Naturschutzauflagen, deren Einhaltung

streng kontrolliert wird. Mineralische

Vertragsnaturschutz –

Landwirtschaft und Naturschutz arbeiten Hand in Hand

Vertragsnaturschutz ist ein erfolgreiches und seit Jahrzehnten bewährtes Na-

turschutzinstrument. Landwirte verpflichten sich freiwillig, ökologisch ausgerich-

tete Bewirtschaftungsauflagen einzuhalten. Hierzu zählen z. B. die Beweidung in

definierten Zeiträumen, Mähen und Abtransport des Mähgutes oderVerzicht auf

mineralische Dünger. Die Bewirtschafter erhalten hierfür jährliche Förderprämi-

en. Sie sind ein finanzieller Ausgleich für ökologische Gegenleistungen, die den

Landwirten Mehrkosten oder Mindererlöse verursachen. Mittels der Vertrags-

naturschutzprogramme wird die naturschutzgerechte Bewirtschaftung von

landwirtschaftlichen Flächen unterstützt (Naturschutz durch Nutzung).

Matthias Höwer - 120 Glanrinder im Nebenerwerb

Düngung ist verboten, vor dem 15. Juni

dürfen die Tiere nicht auf dieWeide, um

Flora und Fauna zu schützen. Zudem ist

der zulässige Tierbesatz auf den Flächen

genau vorgeschrieben.Weil die Höwers

auf den Naturschutzflächen weniger

Ertrag erwirtschaften können, erhalten

sie Zuschüsse.

Nahezu die Hälfte derWesterwälder

Höhen sind mitWald bedeckt. Die an-

deren 50 Prozent muss sich Landwirt-

schaft mitWohnsiedlungen, Industrie

und Gewerbe sowieVerkehrsflächen

teilen. Durchschnittlich gut zwei Drittel

der landwirtschaftlichen Flächen im

Westerwald sindWiesen undWeiden.

Tiere wieWiesenbrüter, Insekten

oder Niederwild, aber auch seltene

und schützenswerteWildkräuter und

Wiesenblumen gedeihen hier prächtig.

Solche Grünlandregionen besitzen des-

halb einen ausgesprochen hohenWert

für Natur und Umwelt.

Die flächendeckende Bewirtschaftung

des Grünlandes imWesterwald gelingt

- besonders dann, wenn die Flächen

verbuscht oder steinig sind - mit Hilfe

vielseitiger und unermüdlicher „Mitar-

beiter“ - der Mutterkühe.

Im Einklang mit der Natur

So auch bei Matthias und Astrid Höwer

aus Siershahn. Die beiden bewirtschaf-

ten einen Betrieb im Nebenerwerb, d. h.

Matthias Höwer geht tagsüber seinem

Beruf nach, amAbend und amWochen-

ende kümmert er sich um seine 120

Rinder. Die Herde der Höwers ist et-

was ganz Besonderes. Matthias Höwer

hat sich der Zucht von Glanrindern

verschrieben. Diese alte Rasse war im

Westerwald noch bis in die sechziger

Jahre weit verbreitet. Heute steht sie

auf der Roten Liste der bedrohten

Tierarten, nur noch 2.000 Stück gibt es

in ganz Deutschland. Der Fortbestand

der Rasse ist Enthusiasten wie Matthias

Höwer zu verdanken.

„Nur von den Rindern leben, geht

nicht“, meint der anerkannte und

mehrfach ausgezeichnete Glan-Züchter.

„DieVertragsnaturschutzprogram-

me kommen uns Mutterkuhhaltern