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Wirtschafts

info

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Auch die Buhl Agrar GbR in Friedewald

bewirtschaftet ausschließlich Grünland.

„Hier geht kaum etwas anderes“, meint

Michael Buhl, der Junior-Chef der GbR.

280 Hektar bilden die Nahrungsgrund-

lage für 300 Limousin-Rinder.

„Die Tiere haben sehr gute Eigenschaf-

ten“, schwärmt Senior Rüdiger Buhl.

„Die Kühe bringen ihre Kälber ohne

Probleme ganz alleine auf dieWelt. Die

Kälber sind sehr gesund und wachsen

schnell heran. Das Fleisch der Limousin

ist bei Gourmets besonders beliebt.“

Nicht nur dieVater-Sohn GbR ist eine

„Familienwirtschaft“. Das gilt auch für

die Mutterkühe. Bullen, Kühe und der

Nachwuchs stehen stets zusammen auf

derWeide. Die Kühe ziehen ihre Kälber

groß, Milch für den menschlichenVer-

zehr bleibt da nicht übrig. Der Nach-

wuchs kommt das ganze Jahr über zur

Welt, im Sommer draußen, imWinter

im Stall.

Während derWeidesaison verbringen

Michael und Rüdiger Buhl viel Zeit

auf ihrenWeiden. Sie kontrollieren

die Tiere täglich auf Gesundheit und

Wohlbefinden, dokumentieren die Ge-

burten oder stecken dieWeideflächen

neu ab. Einen Teil ihrerWeiden mähen

sie in den Sommermonaten, um mit

Grassilage und Heu dieWinterfütte-

rung der Rinder sicher zu stellen. „Die

Buhl Agrar GbR - Friedewald

PAPA - MAMA - KIND

300 Limousin-Rinder auf 280 Hektar Grünland

Limousin-Rinder könnten problemlos

den gesamtenWinter draußen bleiben.

Selbst Schnee und Eis beeindrucken die

robusten Rinder wenig“, erklärt Michael

Buhl. „Trotzdem ist es besser, wenn

wir die Tiere über denWinter in den

Stall holen. DieWeiden regenerieren

sich besser und uns erleichtert es die

Tierkontrolle.“ Natürlich können sich

die Rinder im Stall frei bewegen. Die

Liegeflächen werden regelmäßig frisch

mit Stroh eingestreut, so dass die Tiere

es stets warm und trocken haben.

Insgesamt wirtschaften in denWester-

waldkreisen ca. 500 Mutterkuhbetriebe

ähnlich wie die Familie Höwer oder die

Buhl Agrar GbR. Der Anteil der Neben-

erwerbslandwirte ist in dieser Produk-

tionsrichtung besonders hoch. Für die

Menschen und die Natur in der Region

ist die extensive Mutterkuhhaltung

besonders wertvoll, weil sie strukturrei-

che und steinige Grünlandflächen von

besonders hohem Naturschutz- und

Erholungswert in Kultur hält.

Im Fokus

Acker-/Grünlandnutzung im

Wandel

Das Ackerland/Grünland-Verhältnis

beträgt heute in den Landkreisen Al-

tenkirchen undWesterwaldkreis jeweils

25:75; im Landkreis Neuwied liegt es

bei 40:60.

Vor 25 Jahren lag der Ackerlandanteil

noch deutlich höher. Er hat sich jedoch

als Folge der Reformen der europä-

ischen Agrarpolitik 1992 und 2000

sowie der damit verbundenen Getrei-

depreisentwicklung und der Förderung

der Umwandlung von Acker- in Grün-

land durchVertragsnaturschutzpro-

gramme in den vergangenen 20 Jahren

um etwa 10 Prozent verringert.

Die Grünlandnutzung erfolgt überwie-

gend durch Rinderhaltung. Insbesonde-

re die Zahl der Mutter- und Ammen-

kühe hat seit Anfang der 90er Jahre

zugenommen.

Unter den Landwirten, die auf diese

Art die verfügbaren Grünlandflächen

nutzen, finden sich auch viele ehema-

lige Milchviehhalter, die nach Aufgabe

der Milchviehhaltung eine berufliche

Alternative im gewerblichen und indus-

triellen Bereich fanden und die Land-

wirtschaft im Nebenerwerb fortführen.

Daneben haben Anreize durchVertrags-

naturschutzprogramme die Entwicklung

zur Mutter- und Ammenkuhhaltung

begünstigt.

Die Kälber bleiben bei der Mutter

Limousin heißt diese Fleischrindrasse

Rüdiger und Michael Buhl auf der Weide

Artenreiches Grünland