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Wirtschafts

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Oberhonnefeld/Montabaur.

450.000

Festmeter Stammholz verarbeitet das

Sägewerk van Roje in Oberhonnefeld-

Gierend jährlich – zu Latten, Balken,

Kanthölzern, Brettern für Holzbauten

und Verpackungen. Als „Abfallproduk-

te“ entstehen Hackschnitzel, die in die

Papierherstellung gehen, und Sägespäne,

die van Roje zu Pellets verarbeitet und

teils selbst verheizt, teils verkauft. Der

Betrieb zählt damit nicht nur zu den drei

größten Sägewerken

in Rheinland-Pfalz und

den 20 größten der Re-

publik – er ist auch am

breitesten aufgestellt.

Die Optimierung der

Betriebsabläufe,

die

Entwicklung von Tech-

nologien und Märkten,

die Akzeptanz der Kun-

den und nicht zuletzt

die ökologische Grund-

haltung der Geschäfts-

führung eines Unter-

nehmens, das einen

natürlichen Rohstoff verarbeitet, führ-

ten dazu, dass die Wertschöpfung aus

dem Rohstoff Holz komplett im Unter-

nehmen stattfindet. Dabei beginnt der

Umweltschutz – befördert durch öko-

nomische Rahmenbedingungen – bereits

bei der Anlieferung des Langholzes: Der

durchschnittliche Weg, den ein Stamm

vom Forst bis zum Sägewerk zurücklegt,

liegt bei 80 Kilometern.

Kontinuität und Qualität ziehen sich wie

ein roter Faden auch durch die Firmen-

philosophie des Elgendorfer Unterneh-

Burbach.

„Es funktioniert ähnlich wie

‚Malen nach Zahlen‘“, sucht Zimmer-

meister Hartwig Heinz einen Vergleich:

Die Hölzer für seine

Rahmenbauten kommen

nummeriert aus der Ma-

schine, per CNC-Abbund

zehntelmillimetergenau

zugeschnitten.Auf der Bau-

stelle werden sie günstig

positioniert und vor Ort

montiert. Das gibt kleinen

Handwerks- und Montagebetrieben und

Bauherren die Möglichkeit, selbst an

größeren Bauten mitzuarbeiten.

Dass Heinz die CAD-Planung drei-

dimensional fest im Griff hat, erlaubt

ihm, von gewohnten Bau-, ja Denkmus-

tern abzuweichen. Das christliche Ge-

meindezentrum in Herdorf aus seiner

Planschmiede etwa besteht aus einem

Zwölfeck, einem Achteck und einem

Sechseck, dank konstruktiver Finesse

statisch simpel. Die Fertigungshalle spart

sich Heinz: Die Holzrahmenbauteile

Ökologische Grundhaltung verbindet Kooperationspartner

VAN ROJE und HAPACK:

Qualität durch Kontinuität

„Virtuelle Zimmerei“ gibt Bauherren Gelegenheit anzupacken

HEINZ HOLZPLANUNG:

CAD und CNC sparen Nachbearbeitung

mens hapack – das schafft Vertrauen bei

Kunden und Lieferanten. So hat hapack

nicht nur langjährige Verbindungen zu

Abnehmern aufgebaut, sondern auch zu

Zulieferern. Eine davon ist die zum Säge-

werk van Roje, die sich in über 30-jäh-

riger Zusammenarbeit niederschlägt.

Das bringt Vorteile für beide Seiten

und sichert die hohen Qualitätsstan-

dards, denen sich beide Unternehmen

verschrieben haben. Jede Woche steht

mindestens einmal ein hapack-LKW auf

dem Hof des Sägewerks, um eine neue

Ladung Schnittholz Richtung Wester-

wald zu bringen. Man kennt sich und die

über die Jahre gewachsenen Strukturen

erlauben auch mal eine schnelle Liefe-

rung auf Zuruf.

Dienstleistungsbereitschaft,

Qualität

und Verantwortung für die Umwelt

zählen zu den Ansprüchen der Firma

hapack. Wie bei van Roje schlägt sich

dies in einer Reihe von Zertifizierungen

nieder. Beide Betriebe verwenden etwa

Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft

und sind nach DIN- und EN-Standards

zertifiziert.

Herschbach

(Oww).

Harmonisch

schmiegt sich die Holzkonstruktion in

die Landschaft. Die Dachneigung nimmt

den sanften Schwung des Geländes auf

und führt ihn fort. Das Multimaterial-

Multifunktionsgebäude am Herschba-

cher Sportplatz zeigt sich schon im Bau

als dezentes Schmuckstück. Bauherr ist

der örtliche Sportverein, der mehr als

600 Mitglieder zählt in einem Ort, der

keine 1000 Einwohner hat. Schon diese

schiere Zahl signalisiert den Rückhalt,

den der Verein und dadurch auch das

ehrgeizige Bauprojekt im Dorf haben.

Die Besonderheit des Materialmixes

aus Holz, Metall und Keramik ist es, die

dem Bau das Interesse aller beteiligten

Branchen und den Investoren den Spit-

zenfördersatz von 50 Prozent sicherte.

Gefördert wird der „Werkstoffübergrei-

fende Experimentalbau“ aus dem Euro-

päischen Fonds für Regionalentwicklung

EFRE. Dass das Geld in das wegweisende

„Sportlerheim“ fließt, ist dem rheinland-

pfälzischen Holzbau-Cluster und dem

Wirtschaftsministerium zu verdanken:

Cluster-Manager Hannsjörg Pohlmeyer

hat es empfohlen, das Ministerium nahm

es daraufhin in sein Aktionsprogramm

auf.

Für den Herschbacher Holzbauer Schlag

& Pröbstl ist das Projekt ein doppelter

Glücksfall: konstruktiv und ästhetisch

anspruchsvoll – und in direkter Nach-

barschaft zum Betriebssitz gelegen. Die

eigene Verwurzelung im Ort ist dem

Projekt höchst zuträglich. Zimmermann

Bernd Hannappel gehört dem Vorstand

des SV an, seine Schwägerin There-

sia Pröbstl-Strödter führt den Betrieb,

den ihr Großvater 1933 gegründet hat.

Wichtig: „Es wurde nichts schöngerech-

net, nur um bauen zu können“, betont

Hannappel. Der Bau ist auf Gesamtkos-

ten von 410.000 Euro veranschlagt. Die

Nutzung ist langfristig ausgelegt, derVer-

ein feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges

Bestehen, hat zahlreiche Fußballmann-

schaften, deren Heimspiele stets gut be-

sucht sind. Die Konstruktion des Gebäu-

des ist hölzern, Stahl und Keramik bilden

Experimentalbau verbindetWesterwälder Kernkompetenzen

SCHLAG & PRÖBSTL:

Holzbau bildet die Basis für Fassadenelemente aus Metall und Keramik

gestalterische Elemente an der Fassade.

Damit verknüpft der Bau von Architekt

Prof. Markus Holzbach die Westerwäl-

der Kernkompetenzen Keramik-Metall

und Holz. Großzügige Glasflächen lassen

das höhere Ende, das den Verkaufsraum

Altenkirchen. Hoher Energiebedarf auf be-

grenztem Raum ist eine hervorragendeVoraus-

setzung für die Errichtung eines Nahwärme-

netzes. In Altenkirchen sitzen viele öffentliche

Großverbraucher dicht beisammen: Kreisver-

waltung und Rathaus, Musikschule, Grundschu-

le samt Turnhalle, Gymnasium, Haupt- und Re-

alschule, die Turnhalle des Schulzentrums und

das Schwimmbad. Kreis und Verbandsgemeinde

nutzten diese ideale Ausgangslage, um mit dem

„Nahwärmeverbund Glockenspitze Altenkir-

chen“ ein ambitioniertes und doch bodenstän-

diges Projekt zu realisieren.

Neben der Förderung erneuerbarer Energien

in öffentlichen Gebäuden wird zugleich der

CO

2

-Ausstoß verringert. Und das bei geringe-

ren Heizkosten. Dem Ziel einer größeren Ener-

gieautarkie sind Kreis und Verbandsgemeinde

einen Schritt nähergekommen. Während des

Baus und durch die Lieferung der Hackschnit-

zel erhalten heimische Betriebe Aufträge. Der

Kreis als Bauherr des Gemeinschaftsprojekts

mit der Verbandsgemeinde investierte insge-

samt 1,86 Millionen Euro. Das Land Rheinland-

Pfalz förderte das Projekt über das Konjunktur-

paket II mit knapp 900.000 Euro, also fast der

halben Bausumme.

Der Gesamtverbrauch der angeschlossenen In-

stitutionen von annähernd 4,6 Millionen kWh

entspricht einem Heizölbedarf von 460.000

Litern. Für das Nahwärme-Heizzentrum er-

gab sich eine erforderliche Anschlussleistung

von knapp 3.400 kW. Erreicht wird die Leis-

tung durch einen Holzhackschnitzelkessel mit

1.200 kW und zwei Heizölkessel mit je 1.100

kW. Platziert ist es im Schulzentrum, die Ver-

braucher werden über zwei Leitungsstränge

versorgt.

Das Holzheizkraftwerk ist automatisiert. Aus

dem Silo werden die Hackschnitzel kontinu-

ierlich in den Brennraum transportiert. Der

Heizkessel wird automatisch entascht und

gesäubert, das Abgas über einen Elektrofilter

gereinigt. Obwohl das Holzheizkraftwerk nur

ein Drittel der installierten Leistung darstellt,

deckt es mehr als 80 % des gesamten Wärme-

bedarfs ab. Die Ölkessel decken bei höheren

Außentemperaturen einen Teil der Grundlast

ab, im Winter werden sie zur Abdeckung der

Spitzenlast benötigt. Gegenüber der konventio-

nellen Heizung mit Erdgas stößt der Holzkessel

bei gleicher Leistung weit weniger als die Hälfte

an Kohlendioxid aus.

Geringere Heizkosten und

Reduzierung CO

2

-Ausstoß

Nahwärmenetz

Altenkirchen

beherbergt, transparent erscheinen und

sorgen ebenso wie die Dach- und Fas-

sadenbegrünung dafür, dass die Grenzen

zwischen Landschaft und Bauwerk ver-

schwimmen.

werden auf der Baustelle montiert.

Heinz steuert seine Projekte mithilfe

modernster Technik – von der Planung

über die Fertigung bis hin

zur Bereitstellung von Be-

stelllisten sämtlicher Ge-

werke. Dies ermöglicht es

seinen Kunden, qualitativ

hochwertige Objekte zu

sehr günstigen Preisen zu

bauen. Mancher Bauherr ist

insbesondere an der Mög-

lichkeit der Eigenleistung interessiert: sei

es aus finanziellen Erwägungen, sei es,

um an den eigenen vier Wänden selbst

Hand anzulegen. Die gute Sitte früherer

Generationen, Dorfgemeinschafts- oder

Gemeindehäuser, aber auch Wohnhäu-

ser von Großfamilien gemeinsam zu

errichten, lebt so wieder auf. Dies liegt

Zimmermeister Heinz besonders am

Herzen, führt er den Holzbaubetrieb

doch in siebter Generation.

Kooperationen gestalten Zukunft

Branchen und Materialien werden erfindungsreich in Beziehung

gesetzt - Kooperation geht vor Konkurrenz

Sonderausgabe HOLZ

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Kontakt:

www.schlag-proebstl.de

Kontakt:

www.heinz-dachkonzepte.de

Kontakt:

www.van-roje.de www.hapack.de

In die Landschaft schmiegt sich der Experimentalbau in Herschbach

Auf Heinz´ Baustellen kann jeder mit

anpacken

Langholz wird bei van Roje angeliefert

hapack fertigt Paletten und Verpackungen

Vergleich Holzeinheiten