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Wirtschafts

info

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Warum ist die Bundesgartenschau eine

geeignete Bühne für die Präsentation des

„Echolotes“?

EineVeranstaltung, zu der 2 Millionen Besucher

erwartet werden, bildet natürlich eine gute

Plattform, um neue, innovative Ideen und Kon-

zepte zu präsentieren. Schon immer wurden

Bundesgartenschauen auch dazu genutzt, neue

Konzepte insbesondere inArchitektur und Bau-

wesen der Öffentlichkeit vorzustellen.Frei Otto

präsentierte auf der Buga 1955 in Kassel erst-

malig seine leichten, textilen Dächer; 1967 für

die Weltausstellung in Montreal baute er dann

die spektakuläre Seilnetzkonstruktion, Prototyp

für die Dächer des Olympiastadions in München.

Welche Vorzüge bietet der Baustoff Holz —

für das Echolot und generell?

Als nachwachsender Rohstoff, der bei seiner

Produktion imWald CO

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in Sauerstoff umwan-

delt, ist Holz ein sehr nachhaltiger Baustoff mit

positiver Öko-Bilanz. Mit dem für das Echolot

gewählten einheimischen Douglasienholz kann

auch eine ausreichende Dauerhaftigkeit gewähr-

leistet werden. Der vorgeseheneWiederaufbau

des Echolotes auf dem Campus der FH auf der

Karthause in Koblenz spricht ebenfalls für den

Baustoff Holz - zudem er auch die Mitarbeit vom

Studierenden ermöglicht.

Welche Rolle wird die Bionik zukünftig in der

Architektur spielen?

Bionische Prinzipien in der Architektur anzu-

wenden bedeutet, mit den Optimierungsstra-

tegien der Natur zu konstruieren. Die Natur

verschwendet nichts, jede Faser wird optimal

genutzt und alles wird recycelt. In der heutigen

Architektur steht dagegen oft die Fassade und

der Überraschungseffekt im Vordergrund, was

häufig auf Kosten der optimierten Struktur geht.

Insofern würde ich mir einen größeren Einfluss

der bionischen Prinzipien in der Architektur

wünschen.

Koblenz.

Ein Experimentierfeld und zu-

gleich ein Paradebeispiel der Bionik ist

der Buga-Pavillon der Fachhochschule

Koblenz. Genannt „Echolot“ nach dem

akustischen Ortungs- und Orientie-

rungsprinzip der Fledermaus, ist der

Bau konstruktiv den für den Menschen

unhörbaren Schwingungen der Flugsäu-

gerrufe nachempfunden:Nicht Sichtbares

sichtbar machen, ist die Idee.

Was sich kompliziert anhört, nimmt in

einem an ein kunstvoll gestelltes Mika-

dospiel erinnernden Holzskelett Gestalt

an – einer sogenannten doppellagigen

Hänge-Stützform, belegt mit einem Ma-

schenraster aus Kanthölzern, die in sta-

bilen Dreiecken und Sechsecken ange-

ordnet sind. Der Natur abgeschaut, sind

diese Muster, wie sie etwa bei Bienen-

waben, Kristallstrukturen oder in Blüten

vorkommen, optimal zur Lastabtragung

geeignet.

Der Ruf der Fledermaus kehrt als Mo-

tiv im „Echolot“ noch in anderer Form

wieder: In den Boden des Pavillons sind

Leuchtstreifen eingelassen, die die Or-

tungsrufe des Abendseglers als Oszillo-

gramm zeigen, indem sie beim Durch-

schreiten des Baus aktiviert werden.

Diese optische Umsetzung stammt eben-

falls von den Studenten,genutzt haben sie

dazu Musikbearbeitungssoftware. Auch

hörbar werden die Ultraschallwellen für

den Besucher durch spezielle Techniken.

Ganz nebenbei wird der natürliche heimi-

sche Baustoff Holz luftig-leicht in Szene

gesetzt. 17 Meter überspannt die stabile

und doch leichte Konstruktion, die an-

gehende Bauingenieure und Architekten

der Fachhochschule Koblenz digital ent-

worfen und mit gebaut haben. Für diese

pädagogische Glanzleistung wurde das

Projekt mit dem Adam-Sommerrock-

Holzbaupreis 2010 geadelt.

Nach dem Ende der Buga bleibt das

„Echolot“ in Koblenz, wechselt aber den

Standort:Auf demGelände der Fachhoch-

schule wird der Experimentalbau wieder

aufgebaut – als dauerhaftes Beispiel für

Nachhaltigkeit und die Leistugnsfähigkeit

der Natur.

Mit den Augen hören: Ein Bau für alle Sinne

DAS „ECHOLOT“:

Bionische Architektur auf der Buga

Objekt- und Tragwerksplanung:

Studierende des Fachbereichs Bauwesen,

FH Koblenz

Betreuer:

Prof. Dr.-Ing. Manfred Feyerabend,

Prof. Dr.-Ing. Markus Holzbach

Holzbauarbeiten:

Schlag & Pröbstl, Herschbach/Oww.

Westerwaldholz

-

machen wir mehr

daraus!

Holz und Bau sind regionale Talente un-

serer Region. In den drei Kreisen Altenkir-

chen, Neuwied undWesterwald arbeiten

17.000 Beschäftigte im Bereich Holz.

Das sind rund 10 Prozent der Gesamt-

beschäftigten.

Holz ist ein wichtiger regionaler Ener-

gieträger und Baustoff zugleich. Was

fehlt in unserer Westerwald-Region, ist

eine durchgängige Wertschöpfungskette

Holz - vom Holzfäller bis hin zum Fer-

tighausbetrieb - sowie eine gemeinsame

Vermarktung. Vielleicht ist beides auch

gar nicht notwendig, da die Betriebe be-

reits ausreichend vernetzt sind und das

Landescluster Holzbau schon die Kata-

lysatorfunktion übernimmt. Fakt ist aber,

dass Holz ist ein natürlicher, nachwach-

sender Rohstoff ist und viele regionale

Unternehmen in den unterschiedlichsten

Schattierungen bei uns im Westerwald

damit arbeiten. Der Holzfäller ist nur der

Startpunkt. Unser gemeinsames Anliegen

als Wirtschaftsförderer ist es, in einem

ersten Schritt, gute Beispiele aus dem

Westerwald zu zeigen in der Hoffnung,

dass hierdurch die Adressaten neugie-

rig werden und Betriebe nicht nur im

Holzbereich enger zusammenwachsen.

Getreu dem Motto:Warum in die Ferne

schweifen ...

Also, machen Sie was draus, und lernen

Sie die Möglichkeiten der Holzregion

Westerwald kennen. Was mehr daraus

werden kann, entscheiden Sie mit ihrem

„Feedback“.

Oliver Schrei und Bernd Neuhoff,

Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Kreis Altenkirchen

Herbert Kramb,

Mittelstandsförderung im

Landkreis Neuwied

Wilfried Noll,

Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Westerwaldkreis

Drei vom selben Holz -

Landkreise Altenkirchen, Neuwied und

Westerwaldkreis kooperieren

Tour

ismus, Wirtschaft, Kultur und Umwelt sind die

Bereiche, in denen die drei Landkreise Alten-

kirchen, Neuwied und Westerwaldkreis erfolg-

reich eng miteinander kooperieren.

Vor allem die Menschen der Region und die klei-

nen mittelständischen Unternehmen prägen die-

se zukunftsweisende Zusammenarbeit.

Holz in seiner Urform, als Wald, steckt schon im

Namen des Westerwaldes, bestimmt den land-

schaftlichen Reiz für Gäste aus ganz Deutschland

und aller Welt. Als Bau-, Handwerks-, Verpackungs-

und Brennmaterial zählt Holz zu den wichtigsten

Wirtschaftsfaktoren der Region. Als Teil historischer

Fachwerkkonstruktionen, als Material für den Wa-

gen-, Haus-, Werkzeug- und Möbelbau ist es von

alters her mit den kulturellen Errungenschaften

des Westerwaldes verbunden. Und sowohl wäh-

rend seiner Erzeugung als auch während seiner

Verarbeitung und Nutzung ist es ein entscheiden-

der Umweltfaktor für unsere Heimat.

Dieser Bedeutung, vor allem aber der ökonomi-

schen Rolle, die Holz in der Region spielt, ist das

vor Ihnen liegende Wirtschaftsinfo der Wirtschafts-

förderer unserer drei Landkreise auf der Spur. Na-

turgemäß kann es die ungeheure Themenvielfalt

nur anreißen – Interesse wecken und Neugier

hervorrufen. Anstoß geben, den Nutzen von Holz

für die eigene Branche, den eigenen Betrieb zu

entdecken.

Achim Schwickert

Landrat imWesterwaldkreis

Michael Lieber

Landrat im KreisAltenkirchen

Rainer Kaul

Landrat im Kreis Neuwied

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der drei Landkreise

kooperieren für ein starkes nördliches Rheinland-Pfalz

Drei Fragen zum „Echolot“ an

Prof. Dr.-Ing. Manfred Feyerabend

Sonderausgabe HOLZ

Wirtschafts

info

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Der oszilierende Ruf des Abendseglers inspirierte Studenten zum „Echolot“