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Wirtschafts

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Rennerod.

ImMai 2009 wurde das Haupt-

gebäude des Club Méditerranée im sene-

galesischen Cap Skirring mit Restaurant,

Rezeption,Theater,Lounge undTerrassen

durch einen verheerenden Brand zer-

stört. Nachdem die Renneroder Firma

Mohr Holzbau mit dem Club Méditerra-

née bereits Auslandsprojekte erfolgreich

umgesetzt hatte, trat der Club im Juni

2009 an dasWesterwälder Unternehmen

mit demAuftrag heran, einen Neubau als

Holzbinderkonstruktion zu errichten.

Hauptbaustoff für den Gebäudekomplex

mit 3000 Quadratmetern Grundfläche

sollten leichte Tragwerke aus Holz mit

Schilfeindeckung sein, wie sie für die Re-

gion üblich sind.

Mehrschichtbetrieb in der Fertigung und

Straffung der Montagezeit vor Ort wa-

Wie Phönix aus der Asche

MOHR HOLZBAU:

Neuaufbau nach Feuersbrunst - Club Méditerranée Cap Skirring, Senegal

Liebenscheid/Hannover. Der

TimberTower der Timber

Tower GmbH mit Sitz in

Hannover

ist ein innovativer

Holzturm für Windenergie-

anlagen. Als Vorzüge gegen-

über den herkömmlichen

Stahl-, Beton- oder Hybrid-

konstruktionen nennen die

Entwickler neben Kostenre-

duktion und Korrosionsbeständigkeit auch die

logistischen Vorzüge der im Verbundsystem zu

montierenden Brettsperrholzplatten.

Was hält die Fuhrländer AG von der Idee,

Holz für denTurmbau einzusetzen?

Die Fuhrländer AG hat schon vor Jahren Kon-

takt zu den Entwicklern des TimberTower auf-

genommen. Man kennt die Anlage am Flugplatz

in Husum und beobachtet die Erprobung und

Entwicklung: Neben allen Berechnungen und Si-

mulationen muss sich diese Konstruktion in der

Praxis bewähren. Denn schließlich soll eine mo-

derneWindenergieanlage 20, 25 Jahre laufen.

Welche Vor- oder Nachteile sehen Sie im

Werkstoff Holz gegenüber Stahl für WKA-

Türme?

Gegenüber Stahl kann das Timber-Konzept

sicher Vorteile etwa in der Logistik bringen.

Auch die angeblich möglichen hohen Türme

wären positiv.

(Anm. d. Red.:TimberTower wirbt mit der Möglich-

keit, bei einem größeren Turmfuß eine deutliche

Höherlegung der Rotornabe zu erreichen – Praxis-

belege stehen noch aus.)

Kommt eine Holzkonstruktion für die Tür-

me Ihrer Anlagen als flächendeckend ein-

setzbare Alternative infrage?

Letztlich fehlen bislang belastbare Feldergebnis-

se, daher wird interessiert abgewartet.

Dürrholz-Daufenbach.

Der Grund und

Boden ist dem Meer abgetrotzt, das

Baumaterial entstammt dem Wald. Das

Gebäude mit den enormen Fensterflä-

chen lässt Licht und Luft ungehindert in

Holzbau Dieter Kopper:

Logistische und handwerkliche Herausforderung gemeistert

WesterwälderWertarbeit ziert AmsterdamerWohnhaus

Revolutioniert Holz den

Windenergieanlagenbau?

Die Fuhrländer AG

beobachtet die Entwicklung

desTimberTower

Wissen.

Seitlich angebrachte Holzträ-

ger charakterisieren die Brücke, die

der Wissener Betrieb Ferdi Hombach

Holzbearbeitung im Eschborner Skulp-

turenpark errichtet hat. Die konstruk-

tive Innovation wurde notwendig, weil

die Brücke einerseits für ein Jahrhun-

derthochwasser ausgelegt, andererseits

aber behindertengerecht zugänglich sein

sollte: Um den Sicherheitsabstand zum

Hochwasserpegel einzuhalten, ohne

eine steile oder extrem lange Zuwegung

zu erzwingen, entwickelte Hombach die

Idee, die Trägerbalken, die üblicherweise

unter den Brückenbohlen liegen, seitlich

anzubringen. Entstanden ist eine über-

zeugende Stahl-Holz-Konstruktion, die

neben allen technischen auch höchste

ästhetische Ansprüche erfüllt.

Das konstruktive Können ergänzt die

Vielseitigkeit, mit der das Familienun-

ternehmen Hombach am Markt be-

Nur mit der nötigen Erfahrung ist uralter Baustoff langlebig und schön

FERDI HOMBACH HOLZBEARBEITUNG:

Qualität und Individualität

steht. Im Zentrum der Holzelemente

für den Garten- und Landschaftsbau

stehen Qualität und Individualität. „An

Massenware brauchen wir uns nicht

drangeben“, weiß Ferdi Hombach. Statt-

dessen überzeugen er und seine acht

Mitarbeiter ihre Kunden durch Wissen

und Erfahrung. Modernste Hobeltech-

nik, ein eigenes Kesseldruckimprägnier-

werk und eigene Werkzeugherstellung

erlauben es, Kundenwünsche passgenau

zu erfüllen. Für Erd- und Wasserverbau

selbst in höchster Gefährdungsklasse

liefert Hombach. Zwei große Ärgernis-

se kennt der erfahrene Holzverarbeiter:

schlechte Kundenberatung und fehlende

Instandhaltung, denn beides belastet das

Vertrauen von Bauherren in einen jahr-

tausendealten Baustoff. Dagegen hilft

nur Aufklärung, wie sie Ferdi Hombach

mir Herzblut und einem schier uner-

schöpflichenWissensschatz betreibt.

Kontakt:

www.ferdi-hombach.de

ren für den Holzbaubetrieb nötig, um die

Zeitvorgaben einhalten zu können. Die

Planung wurde optimiert, indem die vor-

gefertigten Elemente für den Transport

in containerkompatible Größen aufgeglie-

dert wurden. Größte Herausforderung

war die Logistik mit allenAnforderungen

deutscher und senegalesischer Behör-

die Räume strömen. Damit finden sich

beinahe alle Elemente der Natur in dem

Amsterdamer Wohnhaus wieder. Die

Architektin holte Westerwälder Holz-

bau-Experten ins Boot.

Für den Daufenbacher Holzbaubetrieb

Dieter Kopper stellte das Projekt in

vielerlei Hinsicht eine Herausforderung

dar: logistisch, kommunikativ und hand-

werklich. Nachdem sämtliche Ausfüh-

rungspläne in Niederländisch vorlagen,

konnten imWesterwald dieAbbund- und

Werkpläne erstellt werden. Während

dieVorproduktion und Elementierung in

Daufenbach sechs Wochen in Anspruch

nahm, dauerte die Montage des Hauses

in Amsterdam lediglich sechs Tage.

Das aus Stahlbeton-Fertigelementen

hergestellte Erdgeschoss trotzt Flut und

Überschwemmungen und ist zugleich

statischer „Anker“ der darauf errich-

teten dreigeschossigen Holzrahmen-

konstruktion mit Brettstapeldecken.

Gestalterischer Schwerpunkt sind die

den und demTransport im Zielland. Der

Auftraggeber, die französische Regierung

und die örtliche Projektleitung mussten

sich einschalten, damit die 13 Contai-

ner überhaupt in Cap Skirring ankamen.

Geliefert wurden unter anderem 7250

lfdmAbbund, das entspricht rund 225 m³

Holzmasse in BSH.

Aufgeschlossen mussten sich die Mohr-

Mitarbeiter vor Ort auch im Hinblick

auf landesübliche Arbeitsweisen sein:

Was hierzulande eher über Technik und

Maschineneinsatz gelöst wird, findet im

Senegal seinen Ersatz in schierer „Man-

power“. Indem noch drei zusätzliche

Mitarbeiter der Firma Mohr eingeflogen

wurden, konnte das Objekt schließlich

fristgerecht am 27. Januar 2010 überge-

ben werden.

Kontakt:

www.mohr-holzbau.net

Vollholzelemente der Fassaden und

die Struktur gebenden, mit 2,70 Meter

raumhohen Fenster. Die Aufhängung

der äußeren Beplankung liegt verdeckt,

die Schiebeläden für die Beschattung

der Fenster sind flächenbündig einge-

baut. Neben technischen Anforderungen

musste das Holz hohe Witterungsbe-

ständigkeit und funktionale Dauerhaf-

tigkeit gewährleisten: Dreischichtplatten

aus Gebirgslärche aus österreichischer

Produktion erfüllten dieseVorgaben.

Dass sich das Westerwälder Unterneh-

men der Herausforderung erfolgreich

gestellt hat, zeigt die Chancen des glo-

balisierten Marktes – und die Hochach-

tung, die deutsche Wertarbeit aus der

Masse der Konkurrenten heraushebt.

Joachim Fuhrländer

Alternative Bauwerke

Sie können auch anders: Westerwälder Unternehmen verbauen Holz

traditionell oder innovativ, je nach Bedarf

Sonderausgabe HOLZ

Kontakt:

holzbau-kopper@t-online.de

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Afrikanischer Baustil aus dem Westerwald

Holzbau-Experten ins Boot geholt

Ideen sind angewandte Erfahrung

TimberTower (Simulation)