Wirtschaftsinfo Nr. 5 - page 2-3

Wirtschafts
info
2
Wer gibt,
bekommt zurück.
So könnte das Credo einer mitarbeiter-
orientierten Personalpolitik lauten.
Fachkräfte sind rar. Aktuell gibt es
kaum eine Veröffentlichung, die nicht zu
diesem Schluss kommt.
Der vielzitierte demografische Wandel
tut sein Übriges. Die allgemeine Lebens-
erwartung steigt und mit ihr zwangsläu-
fig auch die Lebensarbeitszeit. Die reine
Produktion ist ausgelagert oder auto-
matisiert. Wettbewerbsvorteile speisen
sich heute aus Innovationskraft undWis-
sensvorsprung. Talente jedweden Alters
in vorher nicht gekannter Mobilität ste-
hen einer großen Nachfrage gegenüber.
Diese Talente mit ihrem Fach- und Er-
fahrungswissen zu rekrutieren und lang-
fristig an das eigene Unternehmen zu
binden - dieser Herausforderung müssen
sich gerade auch die Betriebe in unserer
Region stellen.
In diesem Zusammenhang bekommt
das Sprichwort „Geld allein macht
nicht glücklich“ unverhoffte Aktuali-
tät. Vereinbarkeit von Familie und Be-
ruf, und Angebote zur Erhaltung von
Gesundheit und Fitness der Mitarbeiter,
sind nur einige von vielen Schlagworten,
wenn es für die Betriebe unserer Region
darum geht, Personal langfristig im Sinne
einer organischen Unternehmenssiche-
rung zu motivieren und zu binden.
Mit der vorliegenden Ausgabe der
Wirtschafts-Info möchten wir als Wirt-
schaftsförderer Tendenzen aufzeigen,
Anlaufstellen nennen und anhand von
Best-Practice-Beispielen erfolgreich um-
gesetzte Maßnahmen darstellen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim
Lesen!
Für ein gesundes Wachstum
Landkreise Altenkirchen, Neuwied und
Westerwaldkreis kooperieren
Die Vorzüge der Region Wes-
terwald verbinden sich mit der
schnellen Erreichbarkeit der Bal-
lungsgebiete Köln/Bonn und Rhein/
Main zu einem höchst attraktiven
Lebensumfeld.
Hier zu leben und zu arbeiten ist
etwas Besonderes. Die Wirtschaft
im Westerwald ist gesund, und die
Lebenshaltungskosten sind ver-
gleichsweise niedrig.
Wer über Wirtschaft spricht, spricht
auch über die Menschen, die
hinter jedem Unternehmen ste-
hen. Und genau um diese Unter-
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der drei Landkreise
kooperieren für ein starkes nördliches Rheinland-Pfalz
FAMILIENFREUNDLICHKEIT & GESUNDHEITSMANAGEMENT
IhreWirtschaftsförderer
imWesterwald
Frau Prof. Dr. Rump,
Sie haben das Modellprojekt „Lebenspha-
senorientierte Personalpolitik“ ins Leben
gerufen.Was war der Anlass?
Wir beschäftigen uns schon seit vielen Jahren
mit der lebensphasenorientierten Personalpo-
litik. Mit dem Modellprojekt wollten wir insbe-
sondere kleinen und mittelständischen Betrie-
ben aus Rheinland-Pfalz die Möglichkeit geben,
mit professioneller Begleitung das Konzept in
die Praxis umzusetzen und damit zu „Leucht-
türmen“ auch für andere Betriebe zu werden.
Aus dem Projekt ist ein konkreter Leitfaden
für Unternehmen hervorgegangen. Für wel-
che Unternehmen ist dieser interessant?
Der Leitfaden ist für Unternehmen jeder Grö-
ßenordnung und aus jeder Branche interessant.
Denn auch wenn dieVoraussetzungen teils sehr
unterschiedlich sind, ist eine strukturierte und
individualisierte Herangehensweise im Sinne
der Lebensphasenorientierung auf jedes Un-
ternehmen anwendbar. Wir haben allerdings
vor allem darauf geachtet, dass der Leitfaden
für kleine und mittelständische Unternehmen
praktikabel ist.
Welche aktuellen Entwicklungen gibt es zur
lebensphasenorientierten Personalpolitik?
In den vergangenen beiden Jahren haben wir
in Rheinland-Pfalz die Branchenspezifik zur
lebensphasenorientierten Personalpolitik un-
tersucht und ein Netzwerk zur Fachkräfte-
sicherung aufgebaut. Nun möchten wir in der
aktuellen Projektphase Regionalbündnisse eta-
blieren, in denen alle Akteure gemeinsam daran
arbeiten, ihre Region attraktiv für Fachkräfte zu
machen. Hier sind neben den Betrieben unter
anderem Verbände, Kammern, Bildungseinrich-
tungen und Arbeitsagenturen „im Boot“.
Ludwigshafen.
Zur Rekrutierung und Bin-
dung von Mitarbeitern wirken monetäre
Anreize nur noch bedingt.Um Fachkräfte
zu binden, bedarf es, gerade in einer Flä-
chenregion wie dem Westerwald, mehr.
Schon konkurrieren die Unternehmen
um die Gunst der Bewerber.
Hier stehen Führungskräfte und Perso-
nalverantwortliche in der Pflicht. Denn
es werden diejenigen Unternehmen als
Sieger hervorgehen, die rechtzeitig die
Weichen stellen und die richtigenWerk-
zeuge einsetzen.
Einen entscheidenden Wettbewerbsvor-
teil stellt es dar, Mitarbeitern in unter-
schiedlichen Lebens- und Berufsphasen
ein Umfeld zu bieten, in dem sie ihre
sich wandelnden Anforderungen im be-
ruflichen und privaten Bereich in Einklang
bringen können.Gerade die knapper wer-
denden Nachwuchskräfte legen hierauf
großen Wert. Eine lebensphasenorien-
tierte Personalpolitik umfasst daher alle
Phasen vom beruflichen Einstieg bis zum
beruflichen Ausstieg.
Dabei erfordert die Komplexität desThe-
mas in seiner individuellen betrieblichen
Ausprägung undVielschichtigkeit ein me-
thodischesVorgehen. Welches genau, das
hat das Institut für Beschäftigung und Em-
ployability IBE in einem dreijährigen Mo-
dellprojekt untersucht. Getragen wurde
dieses Projekt vom rheinland-pfälzischen
Ministerium fürWirtschaft, Klimaschutz,
Energie und Landesplanung und der Eu-
ropäischen Union. Teilgenommen haben
neun kleine und mittelständische Betrie-
be, zwei Großunternehmen sowie eine
Institution des öffentlichen Diensts.
Die Erkenntnisse aus dem erfolgreich ab-
geschlossenen Modellprojekt sind in ei-
nem Leitfaden für Unternehmen zur Bin-
dung und Gewinnung von Mitarbeitern
mit demTitel „Lebensphasenorientierte
Personalpolitik 2.0“ zusammengefasst.
Mit konkreten Handlungsanweisungen
und einem 15-Punkte-Plan zur Einfüh-
rung einer lebensphasenorientierten
Personalpolitik wird den Unternehmen
damit einWerkzeug zurArbeitgebermar-
kenbildung -Employer Branding- an die
Hand gegeben, um sich im Wettbewerb
um Fach- und Führungskräfte als attrak-
tiver Arbeitgeber zu positionieren.
Unternehmen 2030 - Personalstrategien für die Zukunft
„EMPLOYER BRANDING“
Wettbewerbsfähige Attraktivität als Arbeitgeber
Kontakt:
Prof. Dr. Jutta Rump
Fachhochschule Ludwigshafen am Rhein
Institut für Beschäftigung und Employability
Weitergehende Informationen und den Leitfaden
als kostenlosen Download erhalten Sie unter:
Im Gespräch mit
Arbeitsmarktexpertin
Frau Prof. Dr. Jutta Rump
Wirtschafts
info
3
„Lebensphasenorientierte Personalpolitik als Schlüssel für Produktivität“
Weiche Faktoren gewinnen zunehmend an Bedeutung bei Rekrutierung und Bindung von Fachkräften.
nehmen und Menschen geht es
in der vorliegenden Ausgabe der
Wirtschafts-Info.
Körperliche und geistige Gesund-
heit und Wohlbefinden sind die
Grundlage der Arbeitskraft der Mit-
arbeiter in Wirtschaft, Verwaltung
und Pflege. Gesundheitsmanage-
ment und Familienfreundlichkeit
sind daher ernst zu nehmende
Themen. Diesen Themen stellen
sich die Landkreise zur Bewälti-
gung der umfassenden Heraus-
forderungen des demografischen
und wirtschaftlichen Wandels mit
ihren Wirtschaftsförderungsgesell-
schaften und einem vielfältigen
Angebot weiterer Initiativen.
Wir stehen als Landräte gemein-
sam für eine kreisübergreifende
Zusammenarbeit und arbeiten
beständig an der weiteren Verbes-
serung familienfreundlicher Rah-
menbedingungen zur Steigerung
der Attraktivität unserer Region für
Fach- und Führungskräfte. Dies se-
hen wir als wichtigen Baustein zum
Ausbau und zur Sicherung des Wirt-
schaftsstandorts Westerwald.
Gut gelaunte Landräte der prosperierenden
RegionWesterwald:
Michael Lieber, Rainer Kaul, Achim Schwickert
1 4-5,6-7,8-9,10-11,12
Powered by FlippingBook