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HANDWERK

Nach dem Ausscheiden einer langjäh­

rigen Führungskraft aus dem Unter­

nehmen ernennt der Geschäftsführer

einen jungen, motivierten Kollegen zu

dessen Nachfolger als Gruppenleiter.

Die meisten der Mitarbeiter sind dem

neuen Vorgesetzten bereits bekannt:

Mit einigen hat er schon gemeinsam

gearbeitet, mit anderen sogar gemein­

sam seine Ausbildung im Unternehmen

absolviert. Von Beginn an entsteht der

Eindruck, dass man den neuen Grup­

penleiter nicht wirklich ernst nimmt, es

am nötigen Respekt ihm gegenüber feh­

len lässt und man sich unangemessene

Freiheiten herausnimmt.

Erfahrungen wie im geschilderten Bei­

spiel machen viele Kollegen. Denn

übertragene Autorität in der Vorge­

setztenfunktion ist nicht automatisch

gleich zu setzen mit der Autorität und

Anerkennung, die eine mehrheitlich re­

spektierte Führungskraft besitzt.

Einige Maßnahmen können der Entste­

hung von Konflikten im Führungswech­

sel und dem „Verschleiß“ einer Nach­

wuchsführungskraft entgegen wirken:

Der Nachfolger in der Führungsaufgabe

sollte rechtzeitig auf seine Führungsauf­

gaben vorbereitet werden; dies kann

durch entsprechende Weiterbildungs­

maßnahmen zur Mitarbeiterführung

und Teamleitung geschehen.

Der Geschäftsführer kann im Vorfeld

abklären, ob es Kollegen gibt, die dem

neuen Gruppenleiter den Posten nei­

den, sich möglicherweise für ebenso-

oder gar besser geeignet für die Aufgabe

fühlen. Geschäftsführer und Nachfolger

in der Gruppenleitung suchen das Ge­

spräch mit den Mitarbeitern und spre­

chen ihre Eindrücke offen an.

Die gemeinsamen Vorstellungen von ei­

ner kollegialen Zusammenarbeit sollten

herausgearbeitet und verbindliche Ver­

haltensregeln vereinbart werden.

Eine regelmäßige Überprüfung mit allen

Beteiligten über die Qualität der Zusam­

menarbeit hilft Spannungen abzubauen

und Konflikten vorzubeugen.

Der Erfolg der Neubesetzung wird ne­

ben der Qualifikation des Kandidaten

wesentlich davon abhängen, wie konse­

quent der Geschäftsführer sich hinter

die Person und seine Entscheidung stellt.

Zahlreiche Bücher und weitere Ver­

öffentlichungen zu diesem Thema hel­

fen bei Bedarf. Diesen Text stellte der

Autor Michael Steffens zur Verfügung.

Oder besuchen Sie das Seminar „Füh­

rungskompetenz“ (siehe Termine auf

Seite 16).

Gestern Kollege, heute Vorgesetzter

Spannungen und Konflikte im Team beimWechsel des Vorgesetzten

sind oftmals die Regel, aber weder nützlich noch nötig!

Metallbau Kliewer

in Bonefeld

Metallbau Arnold Kliewer ist seit 2002 der

Spezialist für Metall- und Edelstahlverar-

beitung.

Er bildet im Moment drei junge Menschen

zum Metallbauer aus: Philipp Zenner (21)

Neuwied, Jan Sawadsky (20) Neuwied und

Manuell Jandausch (27) Neuwied.

Alle drei motivierte Auszubildende spre-

chen von einem super Arbeitsklima und

äußern sich sehr positiv zum Handwerk:

„Abwechslung – dieser Beruf wird immer

gebraucht – aus Eisen etwas entstehen zu

lassen, ist spannend“, so der O-Ton der

Auszubildenden.

www.metallbau-kliewer.de

Weller OHG, Malerbetrieb &

Farbenfachhandel, Birnbach

Seinen Betrieb für Handwerk 4.0 zu öff-

nen ist für Markus Weller ein großer An-

reiz. Mit digitaler Projektplanung konnte

die Weller OHG ihre Produktivität bereits

steigern und durch die moderne Orientie-

rung auch bei den Mitarbeitern punkten.

Sein Team in digitale Prozesse einzubin-

den, ist für Markus Weller dabei selbstver-

ständlich. Ohne Digitalisierung wird es in

Zukunft nicht mehr funktionieren, und das

verstehen auch die Mitarbeiter. Und gera-

de für junge Menschen bietet die zeitge-

mäße Ausrichtung des modernen Betriebs

einen Anreiz, bei der Weller OHG eine

Ausbildung zu beginnen.

www.weller-malerbetrieb.de

VORSTELLUNG

VORSTELLUNG

Karriere im Handwerk geht nicht? Geht

doch! Und sie wird auch noch gefördert.

Das Bundesministerium für Bildung

und Forschung bietet im Rahmen des

Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz

AFBG - auch „Meister-BAföG“ - einen

individuellen Anspruch auf Förderung

von beruflichen Aufstiegsfortbildungen.

Es ermöglicht die berufliche Bildung in

nahezu allen Berufsbereichen, unabhän­

gig ob in Voll- oder Teilzeit, schulisch

oder außerschulisch, mediengestützt

oder als Fernunterricht. Gefördert

werden je nach Fortbildungsart sowohl

die Lehrgangsgebühren, als auch die Le­

benshaltungskosten durch Zuschüsse

wie auch durch zinsgünstige Darlehen.

Jüngst hat der Bundestag mit großer

Mehrheit eine deutliche Verbesserung

beim Meister-BaföG ab dem 1. August

2016 beschlossen. So steigen die För­

derbeiträge für den Lebensunterhalt

und die Lehrgangskosten, die Zuschlä­

ge für die Kinderbetreuung sowie der

sogenannte Erfolgsbonus. Wurden bei

einer erfolgreich abgelegten Prüfung

bisher 25 Prozent des Darlehens für

Prüfungs- und Lehrgangsgebühren er­

lassen, sollen es künftig 40 Prozent

sein. Zudem wird die Förderung für

Studienabbrecher und Bachelor-Absol­

venten geöffnet, die nach ihrer Zeit an

Uni oder FH eine handwerkliche Aus­

bildung anschließen wollen und dafür

bisher kein BAföG erhalten konnten.

Auch die maximalen Unterhaltsbeiträ­

ge sollen steigen, und zwar folgender­

maßen:

• für Alleinstehende von 697,00 €

auf 768,00 €/Monat

• für Alleinerziehende von 907,00 €

auf 1.003,00 €/Monat

• für Verheiratete mit 1 Kind von

1.122,00 € auf 1.238,00 €/Monat

• für Verheiratete mit 2 Kindern von

1.332,00 € auf 1.473,00 €/Monat

Mit dem Meister-BAföG fördert der

Bund seit 1996 die Weiterbildung von

Handwerkern und Fachkräften, und

zwar unabhängig vom Alter oder Ein­

kommen.

Weitere Informationen:

Bundesministerium für Bildung und

Forschung (BMBF)

www.meister-bafoeg.info

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW)

www.kfw.de/172

sowie bei den Kreisverwaltungen

Altenkirchen, Neuwied und

Westerwaldkreis

Die steigende Vermischung von Ar­

beits- und Lebenswelt befördert Risi­

ken von Dauerstress und Burn-Out.

Mobilität ist eines der Kennzeichen ei­

ner modernen Gesellschaft. Mit dem

Mobilwerden der Menschen geht auch

ein zunehmendes Mobilwerden der

Technik einher. Das bietet einerseits

ganz neue Chancen, birgt aber auch

Risiken, die in der allgemein hohen

Akzeptanz der ständigen technischen

Neuerungen Gefahr laufen, übersehen

zu werden. Die Grenzen zwischen Le­

bens- und Arbeitswelt verschwimmen

und immer öfter geraten Arbeitnehmer

in die Situation der Erreichbarkeit nach

Dienstschluss und sogar in Urlaubszei­

ten. Es stellt sich zunehmend die Frage

nach den Grenzen der Entgrenzung.

Dass sich die Entwicklungen negativ

auf die Gesundheit, Arbeitszufrieden­

heit und Lebensqualität auswirken, ist

mittlerweile unbestritten. Befürworter

sehen in der gestiegenen Vermischung

von Arbeits- und Lebenswelt Optio­

nen für eine neue Work-Life-Balance.

Die Kritiker hingegen befürchten einen

steigenden Zeitdruck und Stress, die

durch die zunehmende Informationsflut

und ständige Erreichbarkeit noch be­

fördert werden.

Diverse Großunternehmen haben die

Risiken erkannt und der zunehmenden

Entgrenzung in der Weise Rechnung

getragen, dass bewusst der Zugriff

auf Emails und der zentrale Server für

dienstliche Smartphones außerhalb der

regulären Arbeitszeiten eingeschränkt

oder gänzlich ausgeschlossen werden.

Urlaubs-, Wochenend- oder Tagesfrei­

zeiten erhalten damit als notwendige

Erholungsräume ihren Stellenwert zu­

rück. Das Rad der Entwicklung, vor

allem der Fortschritt der technischen

und damit mobilen Möglichkeiten, wird

sich weiter drehen. Entscheidend ist

der bewusste und verantwortungsvolle

Umgang damit in der Arbeitswelt – so­

wohl von Arbeitnehmer wie auch Ar­

beitgeber!

Informationsquelle:

Mehr über die Risiken der digitalen Er­

reichbarkeit in der Studie des Berufs­

verbandes der Führungskräfte – DFK

und der Barmer GEK

www.barmer-gek.de/503929

Meister-BAföG – Förderung für alle, die hoch hinaus wollen

Mitarbeiterführung

Mitarbeiterführung

Schöne, neue, mobile Arbeitswelt ?