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Wirtschafts

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Wirtschafts

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HANDWERK

Betrachtet man die Wirtschaftsstruk­

tur der drei Landkreise, dann sieht man

sehr schnell, dass Handwerk und Mittel­

stand tragende Säulen der heimischen

Wirtschaft darstellen. Die Bedeutung

des Handwerks für eine gesunde Wirt­

schaftsstruktur einer Region wird im­

mer dann deutlich, wenn es darum geht

mit einem ausgewogenen Branchenmix

die Zukunft und Leistungsfähigkeit der

Heimat zu stärken.

Erfolgsgeschichten zahlreicher Hand­

werksbetriebe wie gelungene Unterneh­

mensnachfolgen, starkes betriebliches

Wachstum, erfolgreiche Ausbildung und

Produktinnovationen machen immer

wieder Mut zu Neuem und stehen für

die Zukunft des Handwerks. Mit ihrem

im besten Sinne des Wortes ursprüng­

lichen Bekenntnis zu der Heimatregion

sind die Handwerker einer der wichti­

gen Bausteine der aktiven Wirtschafts­

region Westerwald.

Der demographische Wandel und eine in

den letzten Jahren abnehmende Bereit­

schaft von Jugendlichen zu einer hand­

werklichen Ausbildung, bereiten dem

Handwerk allerdings Nachwuchssorgen.

Weitreichende Werbeaktionen und im­

mer auch die persönliche Ansprache

helfen Hürden abzubauen. Studienabbre­

chern wird im Handwerk eine solide

Zukunft geboten. Wichtig ist hierbei je­

der einzelne Ausbildungsplatz und jede

gelungene Betriebsnachfolge damit die

Unternehmenslandschaft vielfältig bleibt.

Es ist notwendig, dass das Handwerk

die neu eingeschlagenen Wege wei­

tergeht, um auf die eigene Attraktivi­

tät aufmerksam zu machen. Die aktive

Werbung rückt in den Vordergrund und

auch die persönliche Betriebsdarstellung

im Internet und sozialen Medien. Einen

Baustein hierzu liefern wir Ihnen mit

unseren (von den Wirtschaftsförderern

aufgebauten), kostenlos nutzbaren Job­

portalen der Region.

Mit dieser Ausgabe der Wirtschaftsinfo

möchten wir Sie einladen, Anregungen

und Gedanken für Ihre tägliche Arbeit

aufzunehmen und sich von den ange­

führten Beispielen positiv inspirieren zu

lassen.

Nutzen Sie die Ihnen zur Verfügung

stehenden Beratungs- und Informati­

onsmöglichkeiten. Insbesondere bei der

Handwerkskammer Koblenz und der

Kreishandwerkerschaft Rhein-Wester­

wald stehen Ihnen Ansprechpartner zur

Verfügung. Wenn Sie darüber hinaus Be­

ratungsbedarf haben, kontaktieren Sie

gerne unsere Wirtschaftsförderungen in

den Landkreisen.

Ihre Landräte

Sehr geehrte Leser,

unsere Westerwälder Wirtschaftsstruktur

ist geprägt von mittelständischen Familien-

unternehmen und -betrieben aus Industrie,

Handel und Handwerk. Wirtschaftskraft,

Arbeitsplätze, Zukunftsperspektiven und

sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten sind

Stichworte, die alle zu 100% auf das

Handwerk zutreffen, denn das Handwerk

ist ein wichtiger und unverzichtbarer Be-

standteil unseres Wirtschaftslebens.

Wir, die Wirtschaftsförderer des Wester-

waldes, möchten mit dieser neuesten Aus-

gabe unseres Newsletters einen Fokus auf

das Handwerk legen und Ihnen zugleich

ein Kompendium an die Hand geben, das

Sie zu den angesprochenen Themen zu

Rate ziehen können und das für Sie auch

weiterführende Adressen und Hinweise be-

inhaltet.

Mit den „Westerwald Holztagen“, die im

April 2015 zum vierten Mal stattgefunden

haben und mit der in 2015 angelaufenen

Aktion „Hände hoch für‘s Handwerk“, ha-

ben wir bereits starke und öffentlichkeits-

wirksame Aktivitäten pro Handwerk im

Westerwald durchgeführt.

Wir werden diesen Weg weiter verfolgen

und wünschen Ihnen nun viel Freude bei

der Lektüre der vorliegenden Ausgabe der

Wirtschaftsinfo.

Ihre Wirtschaftsförderer

im Westerwald

Wirtschaftsförderungen der drei Landkreise

kooperieren für ein starkes nördliches Rheinland-Pfalz

Wirtschafts

info

DieWirtschaftsförderer derKreise informieren

Altenkirchen

Neuwied

Westerwald

04/2016 |AusgabeNr.7 –

Handwerk

LANDKREISNEUWIED

Stark für unsere Wirtschaft!

Die rasante Zunahme der Nutzung

von digitalen Werkzeugen und de­

ren gleichzeitige Vernetzung bedeutet

schon heute, dass Autos, Türschlösser

undHeizungsanlagenmit dem Internet

verbunden sind und mehr Sicherheit

undKomfort für dieKunden bieten.

FürUnternehmen bedeutet das:Wer be­

reitsProdukteundDienstleistungen fürdie

virtuellen Gewohnheiten und Wünsche

vonmorgenweiterentwickelt,wird künf­

tigvorne sein. InvielenBereichen sindUn­

ternehmen schon heute digitalisiert, nut­

zenComputer, Smartphones undTablets.

InZukunftwerden jedochweitere,wenn

nicht alle Unternehmensprozesse der

Digitalisierung unterzogen, von Planung

über Produktion bis zur Kommunikati­

onmit demKunden.Nicht jedesUnter­

nehmen wird gleich mit Hilfe von 3D

Druckernproduzieren,allerdingswerden

alleUnternehmen ihreGeschäftsprozes­

se anpassenmüssen – und über elektro­

nische Plattformen Kunden ansprechen

undmit ihnen kommunizieren.

Themenwie die vernetzte Produktion,

das Internet der Dinge oder aber die

Veränderung zurArbeit 4.0 treffen Be­

triebe wie Gesellschaft in allen Berei­

chen – vernetztwird ohne Ausnahme.

Wer erfolgreich seinwill,muss umden­

ken und die neuen Chancen nutzen.

Kann mein jetziges Geschäftsmodell

noch bestehen, lässt es sich durch neue

Kanäle zum Kunden erweitern, kann

ich den Kunden mit der Fertigung im

Unternehmen verbinden odermuss ich

gar über ein völlig neues digitales Ge­

schäftsmodell nachdenken? Das sind

Fragen, die sich jeder Unternehmer

stellen sollte. Auch wie ein Unterneh­

men digital zu führen ist und wie Mit­

arbeiter in Sachen Digitalisierung qua­

lifiziert werden müssen, sind wichtige

Faktoren.

Doch der Reihe nach. Welches sind

die wichtigsten Handlungsfelder für

das Handwerk? Die Vernetzung von

Mensch und Maschine, Produkten und

Daten bildet dieGrundlage.

IndieserAusgabe:

Handwerk 4.0 –ChancenderDigitalisierungnutzen

DenWandel gestalten

Fortsetzung auf Seite 3

Handwerk –Zukunft in derRegion

Handwerk 4.0 –Chancen der

Digitalisierung nutzen

1+ 3

Grußworte derWirtschaftsförderer

undGrußworte der Landräte

2

ZukunftdesHandwerks

InterviewmitAlexanderBaden

undKurtKrautscheid

4

InterviewmitUdoRunkel

undRudolfRöser

5

Zukunft gestalten

Warum istHandwerk sexy?

6

Fachkräfte finden

6

Hände hoch für‘sHandwerk

7

WesterwaldHolztage 2015

7

Duales Studium

7

Flüchtlingssituation –Chance

für‘sHandwerk

8

Mitarbeiterführung

Mobbing ist keinKavaliersdelikt

9

MeisterBAFöG

10

Schöne neueArbeitswelt

10

GesternKollege, heuteVorgesetzter

11

Unternehmensführung

DieUnternehmenskultur

12

ErfolgsfaktorMarketing

12

Betriebsnachfolge

13

Notfallordner

13

Förderung

Wettbewerbe

1415

Monetäre Förderung

15

Rückblick –Ausblick

16

Das Handwerk in einer starken Region

Peter Bohl GmbH &

Co. KG, Herdorf

Digitalisierte Vernetzung hat sich schon seit

geraumer Zeit im modernen Gebäudema-

nagement etabliert. Kunden fragen ver-

stärkt Komplettlösungen der Hausautoma-

tion nach. Heizung, Solartechnik, Sanitär,

Lüftungs- und Klimatechnik werden heute

schon über modernste Vernetzung gesteuert

und kontrolliert. „Die größten Einsparungen

erzielt eine moderne Heizungsanlage durch

eine perfekt abgestimmte Energiesteue-

rung“. Mit diesen Worten beschreibt Peter

Bohl den Digitalisierungsgrad in seinem

Handwerk, weist aber auch auf die neuen

elektronischen Anforderungen an das Quali-

fizierungsprofil seiner Branche hin.

www.heizenundmehr.com

VORSTELLUNG

Durch die rasante Digitalisierung der

Kommunikation, der Geschäftsprozes­

se, der Produktion und der Produkte in

Produktions- und Service-Netzwerken

stehen die Unternehmen des Handwerks

aktuell vor enormen Herausforderungen.

Hier gilt es dringend eine umfassende

Strategie für das Unternehmen zu entwi­

ckeln.

Um dies erfolgreich zu gestalten, braucht

es neue Formen des Denkens und der In­

novation. Raus aus dem Branchenfokus,

hin zum Blick über den Tellerrand. Dies

gelingt dem Handwerk zum Beispiel mit

interdisziplinären Kompetenzteams un­

ter Anwendung konsequenter Kundeno­

rientierung. Hierbei gilt es den Blick des

Kunden einzunehmen und die Wünsche

der Konsumenten genau zu erfahren.

Sind diese Wünsche klar, werden Ideen

für Produkte und Dienstleistungen ent­

wickelt und gesammelt. Im ersten Schritt

gilt, keine Idee ist schlecht, alles ist er­

laubt. Erst in einer weiteren Runde wird

verknüpft und bewertet. Dann folgen die

Umsetzung und die Anpassung der Idee,

bis am Ende ein Produkt steht. Wichtig

ist es zu Beginn den Blick zu weiten und

neue Perspektiven zuzulassen.

Neben neuen Ideen zu digitalen Ge­

schäftsmodellen, wird in Zukunft ten­

denziell kein Unternehmen ohne die

intelligente Automation seiner Geschäfts­

prozesse auskommen. Die Kernfrage

lautet: Wie schaffe ich eine durchgän­

gige digitale Kette vom Kunden ins Un­

ternehmen und wieder zurück; und an

welchen Punkten bewerte und nutze ich

die entstehenden Daten. Um hier einen

Einstieg zu finden, bietet sich der Blick in

die Praxis des Kompetenzzentrums Digi­

tales Handwerk in Koblenz an. Hier wer­

den betriebliche Prozesse (be)greifbar

gemacht und es wird ein praktischer und

realitätsnaher Einstieg in die Themen Ge­

schäftsabläufe und Prozessmanagement

geboten.

Und auch die digitale Kommunikation mit

den Kunden und dem Nachwuchs bie­

tet enorme Chancen für das Handwerk.

Wer hier die richtige Strategie entwickelt

und die richtigen digitalen Werkzeuge

nutz, ist vorn. Schon heute zeigen Un­

ternehmen aus dem Handwerk, wie dies

gehen kann. Zum Beispiel eine Tischlerei,

die über einen Online-Konfigurator Mö­

bel durch den Kunden individuell gestal­

ten lässt und entsprechend produziert.

Oder ein Orthopädiemechaniker, der

Sandalen anhand digitaler Kundendaten

fertigt, und einen Maler, der über das In­

ternet zum bundesweit gefragten Berater

und Farbenlieferant wird. Generell gilt:

Die aktuellen Lösungen sind so vielfältig

und innovativ wie das Handwerk selbst.

Da wo Visionen entstehen, da braucht

es auch Menschen, die diesen Ideen Le­

ben einhauchen und aus abstrakten Ideen

handfeste Lösungen machen.

Das neu gegründete Kompetenzzentrum

Digitales Handwerk der Handwerkskam­

mer Koblenz unterstützt genau hier, auf

mehr als 3000 m², Unternehmen bei der

Bewältigung der Herausforderungen des

digitalen Wandels. Gemeinsam mit fach­

lichen Partnern aus Wissenschaft und

Praxis bietet es Unterstützung zu den

Herausforderungen der Digitalisierung

und hilft konkret bei Prozessmanagement

und dem Einsatz von Produktions-IT.

Das Kompetenzzentrum Digitales Hand-

werk West finden Sie im Kompetenz­

zentrum für Gestaltung, Fertigung und

Kommunikation der Handwerkskammer

Koblenz im Koblenzer Industriegebiet,

August-Horch-Straße 6-8,

Telefon 0261 / 398-582

christoph.krause@hwk-koblenz.de www.hwk-kompetenzzentrum.de www.digitalkompetenzhandwerk.de

Das Projekt Kompetenzzentrum Digi­

tales Handwerk West ist Teil des För­

derschwerpunktes „Mittelstand-Digital

– Strategien zur digitalen Transforma­

tion der Unternehmensprozesse“, der

vom Bundesministerium für Wirtschaft

und Energie (BMWi) initiiert wurde, um

die Digitalisierung in kleinen und mitt­

leren Unternehmen und Handwerk

voranzutreiben.

Christoph Krause

begleitet als Lei­

ter des Kompetenzzentrums Digitales

Handwerk viele Unternehmen beim di­

gitalen Wandel. Er rät:

„Gehen Sie auf die Reise! Suchen Sie ge­

zielt nach neuen Geschäftsmodellen. Digi-

talisieren Sie ohne Ausnahme! Es müssen

alle Geschäftsprozesse angepasst werden.

Nur mit einer durchgängigen elektroni-

schen Kommunikation gelingt die digitale

Zukunft.

Heute zählt Kooperation. Suchen Sie sich

passende Partner. Investieren Sie in Köpfe.

Versorgen Sie Ihre Mitarbeiter mit Wissen

zur Digitalisierung. Dies am besten direkt

während der Arbeit.“

Fortsetzung von Seite 1

von links: Michael Lieber, Rainer Kaul, Achim Schwickert

Handwerk 4.0