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HANDWERK

Kein Tag ohne neue Nachrichten über

die Flüchtlingssituation. Während auf

der einen Seite die zuständigen öffent­

lichen Stellen versuchen, den Zustrom

der Asylbewerber in geordnete Bahnen

zu lenken, überlegen auf der anderen

Seite Ministerien und Kammern, wie

der schrumpfenden Bevölkerungs­

entwicklung und der damit drohen­

den Gefahr des Fachkräftemangels

entgegen gewirkt werden kann. Den

vielfach jungen Menschen in den Asyl­

bewerberwohnplätzen kommt daher

eine strategische Bedeutung zu. Viele

Fragen stellen sich da dem mittelstän­

dischen Handwerksbetrieb, der Nach­

wuchs- und Fachkräfte gut gebrauchen

kann. Eine grundsätzlich offene und

konstruktive Herangehensweise an das

Thema ist unbedingt notwendig, denn

vieles ist weiterhin im Fluss. Nur wer

sich einigermaßen in die Lage eines

jungen, mit Krieg und Vertreibung kon­

frontierten Menschen hinein versetzen

kann, wird die sprachlichen Hürden,

wie auch die soziokulturellen Unter­

schiede meistern können. Integration in

unsere Gesellschaft findet grundlegend

durch die Chance auf Beschäftigung

und Sicherung des eigenen Lebensun­

terhalts statt. Hier kann jeder Hand­

werksbetrieb seinen persönlichen Teil

dazu beitragen. Die Handwerkskam­

mer Koblenz reagiert mit dem Modell

„1+3+2“ auf die Chance, ausbildungsfä­

hige Flüchtlinge für den Mittelstand zu

gewinnen. Einer einjährigen deutschen

Sprachausbildung zu Beginn soll sich

eine drei- oder dreieinhalbjährige be­

triebliche Ausbildung anschließen. Die­

se mündet in eine weitere zweijährige

Arbeitserlaubnis, so dass den Teilneh­

mern an diesem Modell ein mindestens

sechsjähriges Bleiberecht eingeräumt

werden müsse, so die Forderung der

Handwerkskammer.

Sollte das Ausbildungs- und Beschäf­

tigungsmodell zum Zuge kommen,

werden sich Ausbildungsbetrieb und

Auszubildender im alltäglichen Mitei­

nander zweifelsohne weiteren Her­

ausforderungen stellen müssen. Ein in

der Handwerkskammer angesiedelter

Flüchtlingscoach nimmt sich den vielen

kleinen wie großen Fragen rund um die

Ausbildung an und begleitet beispiels­

weise junge Flüchtlinge zu Berufserkun­

dungen und bei Ausbildungseignungs­

gesprächen. Das Welcome Center

der IHK berät dagegen ausländische

Fachkräfte und macht sie mit unserem

Arbeitsleben in Deutschland, dem Be­

schäftigungs-, Kranken- und Sozialver­

sicherungswesen vertraut. Die Exper­

ten der HwK Koblenz bieten zudem als

„Flüchtlingsnetzwerker“ mit dem Info­

mobil Hilfe und Unterstützung direkt im

Flüchtlingslager vor Ort an. Mit diesen

Hilfsmaßnahmen stehen den Flüchtlin­

gen, aber auch den an Integration und

Beschäftigungszuwachs interessierten

Handwerksbetrieben, eine ganze Reihe

praktischer Unterstützungsangebote

zur Verfügung. Grund genug also, um

bei den Herausforderungen die Chance

für den Betrieb und gleichzeitig die Per­

spektive für in Not geratene Menschen

zu sehen. Packen wir es an…

Kontaktdaten der Außenstelle des

Bundesamts für Migration und

Flüchtlinge (BAMF)

Wichtig: Bitte lassen Sie sich in der

Außenstelle mit einem „Einzelentschei­

der im Asylverfahren“ verbinden. Diese

Mitarbeiter können besonders valide

Auskünfte erteilen.

Außenstelle M A 7 – Trier

Dasbachstraße 15 b, 54292 Trier

Tel.: 0651-1463-0, Fax: 0651-1463-199

HwK berät Flüchtlinge

Zweimal wöchentlich bieten die „Flücht­

lings-Netzwerker“ der HwK Koblenz am

Wallersheimer Kreisel Beratungen für

Flüchtlinge an. Mit dem Info-Mobil fahren

sie direkt vor Ort ins Flüchtlingslager.

Telefon: 0261-398-351

E-Mail:

aubira@hwk-koblenz.de

„Welcome Center“ der IHK

In einem gemeinsamen Projekt mit der

Landesregierung sind „Welcome Cen­

ter“ entstanden, in denen ausländische

Fachkräfte beraten werden.

IHK Koblenz, Frau Anja Witt,

Tel. 0261-106-288,

witt@koblenz.ihk.de

„Flüchtlings-Coach“

Die Flüchtlings-Coaches sind Mitarbeiter

der Handwerkskammern und begleiten

Flüchtlinge auf dem Weg zu Berufser­

kundungen sowie zu Gesprächen in Be­

trieben und zu Ausbildungsverhältnissen.

Flucht nach vorne

Die Flüchtlingssituation in Deutschland stellt uns vor große

Herausforderungen, birgt aber auch Chancen für den Arbeits-

markt, wodurch auch das Handwerk profitieren kann.

Zukunft gestalten

Vor Mobbing am Arbeitsplatz ist kein

Unternehmen geschützt. Ganz nach

dem Motto, es kann nicht sein, was

nicht sein darf, blenden Betriebe das

Thema oft aus. Auch aus der Tatsache,

dass viele Vorgesetzte im konkreten

Fall nicht wissen, wie sie darauf reagie­

ren sollen. Wo Menschen zusammen

arbeiten, ist es natürlich, dass nicht nur

Sympathien untereinander bestehen.

Wo endet persönliche Reserviertheit

und wo fängt gezieltes Mobbing an?

Wann wird aus Abgrenzung Ausgren­

zung? Und was kann ein Betrieb unter­

nehmen, um für mögliche Situationen

besser vorbereitet zu sein. Die Gren­

zen verwischen und immer spielen

persönliche Empfindsamkeiten und in­

dividuelle Wahrnehmungen dabei eine

große Rolle. Nicht alles ist gleich mit

Mobbing zu kennzeichnen, aber zu oft

werden Fälle auch verharmlost und der

betroffene Mitarbeiter damit alleine

gelassen. Mobbing schadet somit nicht

nur dem innerbetrieblichen Frieden

und wirkt einer gesunden Arbeitsatmo­

sphäre entgegen. Mobbing macht kör­

perlich wie psychisch krank und treibt

den Krankenstand in die Höhe.

In Koblenz hat sich daher vor bereits

über 20 Jahren der Arbeitskreis gegen

Mobbing

e.V.

(AKM) gegrün­

det, der erste

seiner Art in

Rheinland-Pfalz.

Er ist ein einge­

tragener Verein

mit anerkannter

Gemeinnüt zig­

keit und über­

regionalem Wir­

kungskreis. Ziel

des Arbeitskrei­

ses ist es, Be­

troffenen umfas­

send aktive Hilfe

zu leisten. Auch

Interessier ten

am Thema Mob­

bing steht der

A r b e i t s k r e i s

zur Verfügung.

Neben der indi­

viduellen Bera­

tung betreibt der Verein daher eine in­

tensive Öffentlichkeitsarbeit, die auch

Vortragsveranstaltungen

beinhaltet.

Unternehmen, aber auch Betriebs- und

Personalversammlungen, Bundeswehr

und öffentliche Institutionen fordern

den Arbeitskreis zur Mitarbeit bei be­

trieblichen Konfliktlösungen und zur

Durchführung von Informationsveran­

staltungen an. Darüber hinaus hat der

Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit

der IKK - Südwest ein Mobbingtelefon

eingerichtet. Dem überregionalen Wir­

kungsradius des AKM e.V. stehen auch

regionale Beratungsstellen gegenüber.

So bietet der psychosoziale Beratungs­

führer von Stadt und Landkreis Neu­

wied ein umfangreiches Netzwerk zu

zahlreichen psychosozialen Themen an.

Die Westerwälder Allianz gegen De­

pression im Westerwaldkreis wie auch

die Psychiatrie-Koordinierungsstelle

des Landkreises Altenkirchen stehen

als kompetente Ansprechpartner zur

Verfügung und leisten gute Hilfestel­

lung – auch in psychischen Problemsi­

tuationen, die durch Mobbing ausgelöst

wurden.

Mehr Informationen

zu diesem Thema

Arbeitskreis gegen Mobbing e.V.

Mobbing-Telefon: 02 61 - 80 81 76

www.mobbing-koblenz.info

Westerwälder Allianz gegen

Depression – Kreisverwaltung des

Westerwaldkreises

Koordinierungsstelle für Psychiatrie

Stefanie Moch, Tel. 0 26 02 / 124-424

www.rlp-gegen-depression.de/

profil_westerwaldkreis.html

Psychosozialer Beratungsführer für

Stadt Neuwied, Kreis Neuwied und

Umgebung

Kreisverwaltung Neuwied, Abt. 11

Dr. Ulrich Kettler,

Psychiatriekoordinator

Tel. 0 26 31 / 803-732 (Mo. bis Do.,

ansonsten Anrufbeantworter)

www-beratung-neuwied.de

Psychiatrie Koordinierungsstelle

Kreisverwaltung Altenkirchen

Werner Hollmann

Tel. 0 26 81 / 81-2426

werner.hollmann@kreis-ak.de

Mitarbeiterführung

Mobbing ist kein Kavaliersdelikt

Autohaus Hof, Neuwied

Brhane Mussie (Bild mitte) lernt im Au-

tohaus Hof in Neuwied. Der 23-jährige

kommt aus Eritrea und lebt seit Sommer

2014 in Deutschland. Er möchte Kfz-

Mechatroniker werden und sieht seine

Einstiegsqualifizierung im Neuwieder

Kfz-Unternehmen als Chance auf einen

Ausbildungsplatz in diesem Betrieb. Im

Rahmen des Projektes „Ausbildungscoach“

helfen die Netzwerker der vier rheinland-

pfälzischen Kammern, dem Ministerium

und der Agentur für Arbeit, Flüchtlingen

und Asylbewerbern bei ihrem Weg in einen

neuen Lebensabschnitt. Wenn Brhane ein

Bleiberecht erhält, wird seine Einstiegsqua-

lifizierung ab August in eine Lehrstelle im

Neuwieder Autohaus münden.

www.toyota-hof.de

VORSTELLUNG